Ringen


Bei den Olympischen Spielen der Antike gehörte das Ringen unter dem Namen Pale zu den Disziplinen des Fünfkampfs. Darüber hinaus war das Ringen aber auch Einzeldisziplin. In der Antike traten die Athleten beim Ringkampf nackt an. Sie wurden noch nicht in verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Einen Bodenkampf gab es damals noch nicht. Sieger war derjenige, der seinen Gegner dreimal zu Boden geworfen hatte.

Ringen gehört spätestens seit dem Spätmittelalter auch zum Repertoire in der militärischen Nahkampfausbildung. Beschrieben wurde dies zum Beispiel im Jahre 1459 im Fechtbuch von Hans Talhoffer.[2]

Das europäische Kampfringen, welches vermutlich auch die Ritter als Elitekrieger trainiert hatten, starb aus, wird aber heute unter anderen Namen praktiziert, jedoch ohne direkte Verbindung zum europäischen Kampfringen zu haben. Das Ringen am Schwert aus der Deutschen Fechtschule nach Lichtenauer enthielt auch Tritte.[3]

Als Begründer des modernen Ringkampfes in Deutschland gilt Carl Abs. Mit Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit ab 1896 gehört Ringen zum olympischen Programm.

Seit 1950 werden jährlich offizielle Weltmeisterschaften im Ringen veranstaltet. Ausnahme sind lediglich die Jahre, in denen Olympische Sommerspiele stattfinden.

Nachdem Ringen (als olympische Kernsportart) im Februar 2013 vom IOC ohne nähere Erläuterung aus dem olympischen Programm gestrichen wurde, kam es zu zahlreichen, auch prominenten, Protesten. Beispielsweise von Wladimir Putin, amerikanischen und ostasiatischen Verbänden sowie vom Deutschen Ringerbund (DRB). Drei Monate später (nach einer Neustrukturierung des Weltverbandes FILA) wurde die Sportart Ringen wieder in das olympische Programm aufgenommen und wird mindestens bis zum Jahr 2028 olympisch bleiben.


Wandmalerei: Ringkämpfer in Beni Hassan (Ägypten) um 2000 v. Chr.[1]
Ringen zur Zeit der griechischen Antike (um 500 v. Chr.)
Ringen zu Beginn der 1950er-Jahre
Der Mattenrichter zeigt durch Armheben den Kampfsieger an
Frauenringen (Freistil) ist erst seit dem Jahr 2004 olympisch
Ein „Ausheber“ bei den DDR-Meisterschaften 1983
Ringkampf in Tibet, 1938
Adolf Seger (rot) ist einer der erfolgreichsten Ringer Deutschlands.