Rouen


Rouen [ʀwɑ̃] ( Hörbeispiel?/i, lateinisch Rothomagus, altfränkisch/althochdeutsch Rodomo, Rudaburg, altenglisch Roðem, altnordisch Ruþaborg) ist eine Gemeinde und Hafenstadt mit 112.321 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Norden Frankreichs. Sie ist der Sitz der Präfektur des Départements Seine-Maritime, der Region Normandie und des Erzbistums Rouen, Primas der Normandie[1] und des Kommunalverbands Métropole Rouen Normandie.

Rouen liegt in Nordfrankreich am Unterlauf der Seine, etwa 80 Kilometer landeinwärts, 110 Kilometer nordwestlich von Paris und 68 Kilometer südöstlich von Le Havre auf einer mittleren Höhe von 77 Metern über dem Meeresspiegel. Die Mairie steht auf einer Höhe von 15 Metern über Null. Nachbargemeinden von Rouen sind Mont-Saint-Aignan im Norden, Bois-Guillaume und Bihorel im Nordosten, Bonsecours im Südosten und Le Petit-Quevilly im Südwesten. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 2138 Hektar. Der Cailly, der Robec und die Aubette sind Nebenflüsse der Seine, die auf dem Stadtgebiet in die Seine münden.

Die Gemeinde ist einer Klimazone des Typs Cfb (nach Köppen und Geiger) zugeordnet: Warmgemäßigtes Regenklima (C), vollfeucht (f), wärmster Monat unter 22 °C, mindestens vier Monate über 10 °C (b). Es herrscht Seeklima mit gemäßigtem Sommer.[2]

Rouen hat 112.321 Einwohner (Stand 1. Januar 2019). Die Geburtenrate in Rouen betrug in den Jahren von 1999 bis 2009 13,8 Promille, die Sterberate 8,2 Promille. Die Anzahl der Haushalte betrug im Jahr 2009 67.558, davon waren 60.271 Hauptwohnsitze, 1.202 Zweitwohnsitze und 6.085 Wohnungen standen leer.[3]

Für die Jungsteinzeit lassen sich ab dem 9. bis 6. Jahrtausend v. Chr. erste Spuren menschlicher Besiedlung nachweisen. Ackerbau und Viehzucht sind in der Zeit ab dem 5. Jahrtausend v. Chr. nachgewiesen. Die hier befindliche Allée couverte von Mauny ist das einzige Galeriegrab im Département Seine-Maritime. In den 1990er Jahren entdeckte man den Einbaum von Rouen.

Während der gallo-römischen Zeit (52 v. Chr. bis 486) war Rouen unter dem Namen Rotomagus die civitas des keltischen Stammes der Veliocasses.[4] Vom römischen Straßennetz lässt sich der Cardo maximus noch in den Straßen rue Beauvoisine, rue des Carmes und der rue Grand-Pont wiederfinden. Er kreuzte mit dem weniger sichtbaren Decumanus bei der Kathedrale. Ein Amphitheater lag am nördlichen Ende der rue Jeanne d’Arc in der Nähe des Jeanne d’Arc-Turmes. Seit dem 4. Jahrhundert ist die Stadt Bischofssitz. Die Liste der Erzbischöfe von Rouen wurde im Mittelalter bis in das 3. Jahrhundert zurückrekonstruiert.[5] Der erste urkundlich belegte Bischof von Rouen ist Avitianus. Er nahm im Jahr 314 am Konzil von Arles teil.[6][7]


Kathedrale und Bischofssitz
Triumphaler „brasilianischer“ Einzug Heinrichs II. in Rouen im Jahr 1550
Karte von Rouen nach Merian 1657
Kathedrale von Westen gesehen
Ehemalige Abteikirche Saint-Ouen
Place Barthélémy mit Kirche Saint-Maclou, 360°-Panorama 2019
Als Kugelpanorama anzeigen
L’aître Saint-Maclou
Der FC Rouen 1913
Jugendstilgebäude des Hauptbahnhofes
Seine, Pont Gustave Flaubert und Hafenbereich
Cheval arabe blanc-gris („weißgraues Araberpferd“) von Théodore Géricault im Musée des Beaux-Arts de Rouen
Das Siegel der Académie des Sciences, Belles-Lettres et Arts de Rouen aus dem 17. Jahrhundert zeigt Pierre Corneille, Bernard le Bovier de Fontenelle und Nicolas Poussin