Rugby League


Rugby League (oft auch Dreizehner-Rugby genannt) ist eine Sportart aus der Rugby-Familie, in der zwei Mannschaften zu je 13 Spielern versuchen, das Spielgerät, den Rugbyball, am Gegner vorbeizutragen und so Punkte zu erzielen. Ziel des Spiels ist es, während der Spielzeit von 2 × 40 Minuten mehr Punkte als der Gegner zu erzielen.

Im Gegensatz zum bis in die 1990er Jahre dem reinen und strengen Amateursystem anhängenden Rugby Union war Rugby League von Anfang an auch ein Profisport. Er entstand 1895 aus der Abspaltung 21 nordenglischer Vereine vom Rugby-Football-Union-Verband und Neugründung des Northern-Rugby-Union-Verbandes, der heutigen Rugby Football League. Neben dem Ursprungsgebiet Nordengland ist Rugby League auch in Australien verbreitet, wo der League-Code in der Region Sydney nach einer ähnlichen Abspaltung 1908/10 dominierende Sportart wurde.

Die Regeln von Rugby League sind denen des Rugby Union sehr ähnlich. Wichtige Unterschiede sind, dass der Platz eine geringere Breite aufweist, wodurch mehr Kontakt zwischen den beiden Mannschaften erzwungen wird. Weiterhin darf im Rugby League höher als im Rugby Union getackelt werden, was den Sport laut seiner Spieler härter mache. Allerdings wird nach einem Tackle der Ballbesitz nicht umkämpft, die besitzende Mannschaft erhält ihn wieder zurück. Nach dem sechsten Tackling wechselt der Ballbesitz, was dazu führt, dass der Ball in der Regel nach dem fünften Tackle gekickt wird.

Ziel des Spiels ist es, mehr Punkte als die gegnerische Mannschaft zu erzielen. Dafür gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten.

Die 13 Spieler jeder Mannschaft werden in sechs Stürmer (Forwards, Trikotnummern 8–13) und sieben Hintermannschaftsspieler (Backs, Nummern 1–7) unterteilt. Bei den Spielern mit den Trikotnummern 2–5 redet man auch oft von den „Reihe-Spielern“ bzw. „Dreivierteln“, die den Gegensatz zum Sturm bilden. Eben weil es im Rugby keine Spielsysteme mit spielfeldbezogenen Zuständigkeitsbereichen gibt, wird die Mannschaftsaufstellung immer anhand des angeordneten Gedränges angegeben, wie in der folgenden Skizze:

Standardsituationen im Rugby League sind das nicht umkämpfte angeordnete Gedränge, mit dem nach einem kleineren Foul, und nachdem der Ball im Aus war, das Spiel neugestartet wird. Eine weitere Quasi-Standardsituation ist das Tackling, mit dem gegnerische Spieler am Raumgewinn gehindert werden können. Ebenso ist der Straftritt eine Standardsituation, welcher aus einem schweren Regelverstoß (z. B. Abseits) resultiert.