Ruhrgebiet


Das Ruhrgebiet ist mit rund 5,1 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 4.438,69 Quadratkilometern der größte Ballungsraum Deutschlands und der viertgrößte[4] Europas. Namensgebend für diese dicht besiedelte zentrale nordrhein-westfälische Region ist der am südlichen Rand verlaufende Fluss Ruhr. Mit seinem ebenfalls dicht besiedelten Umland und den Ballungsräumen an der Rheinschiene, die weit in die Kölner Bucht reichen, bildet es die Metropolregion Rhein-Ruhr, in der auf einem Gebiet von rund 7000 Quadratkilometern etwa zehn Millionen Menschen leben. Sie ist der zentrale Teil der europäischen MegaregionBlaue Banane“. Pläne zur Bildung einer Metropole Ruhr werden oft unter dem Begriff Ruhrstadt zusammengefasst. Das Ruhrgebiet war im Jahr 2010 unter der Kurzbezeichnung RUHR.2010 (neben Pécs/Ungarn und Istanbul) Kulturhauptstadt Europas.

Das Ruhrgebiet gehört historisch zu Westfalen und zum Rheinland und wird im Wesentlichen von mehreren zusammengewachsenen Großstädten gebildet. Von den Ansiedlungen am mittleren Niederrhein geht die Städtelandschaft nach Osten nahtlos in den Rhein-Ruhr-Raum und nach Süden in die Rheinschiene über. Vier der fünf Oberzentren und Kernstädte des Ruhrgebiets (Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund) entstanden bereits im Mittelalter entlang des westfälischen Hellwegs und erreichten ihre heutige Struktur mit der Industrialisierung und dem Bergbau im 19. und 20. Jahrhundert. Das fünfte Oberzentrum (Hagen) entstand erst im 18. Jahrhundert.

Der Begriff Ruhrgebiet orientiert sich üblicherweise an den Grenzen des 1920 gegründeten Siedlungsverbands Ruhrkohlenbezirk, dem heutigen Regionalverband Ruhr (RVR). Zum RVR gehören die kreisfreien Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sowie die Kreise Recklinghausen, Unna, Wesel und der Ennepe-Ruhr-Kreis, die den Landesteilen Rheinland und Westfalen angehören. Die Daten im Folgenden beziehen sich auf das Verwaltungsgebiet des RVR. Ein eigener Regierungsbezirk für den Ballungsraum Ruhr besteht bislang nicht, er teilt sich auf die drei Bezirke Arnsberg, Düsseldorf und Münster auf.

Der Regionalverband Ruhr hat im Jahre 2012 die räumliche Ausdehnung und die Grenzen des Ruhrgebiets bestimmt. In diesem Zusammenhang wurde der Mittelpunkt des Ruhrgebiets rechnerisch zwischen den westlichsten und östlichsten sowie den nördlichsten und südlichsten Punkten ermittelt. Der Schnittpunkt und somit der Mittelpunkt der „Metropole Ruhr“ liegt im Herner Stadtteil Röhlinghausen an der Rolandstr. 49 in 51° 31′ 3″ N, 7° 8′ 42″ O. An dieser Stelle wurde am Rand des Gehwegs ein Granitstein mit der Aufschrift „Sie befinden sich am geografischen Mittelpunkt des Ruhrgebiets in Herne-Röhlinghausen“ aufgestellt.[5]


Panorama des westlichen Ruhrgebiets (mit Markierungen)
Mittelpunkt der „Metropole Ruhr“ in Höhe der Rolandstraße 49 in Röhlinghausen
Karte der Siedlungsstruktur des Ruhrgebiets
Geringmächtige Kohleflöze (Namur C, Oberkarbon) in einem Steinbruch in Wetter (Ruhr)
Preußische Generalstabskarte Essen, 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts: Die Karte zeigt in der oberen Hälfte die weitgehend noch landwirtschaftlich, von wenigen Städten und ersten Industriedörfern geprägte Besiedlungsstruktur des Ruhrgebiets zu Beginn der Industrialisierung.
Rheinisch-Westfälisches Kohlengebiet 1896
Topographische Karte 1:100.000, aus 12 Einzelkarten des Nationalatlases von 1893 zusammengestellt
Alte Abbildung der St.-Antony-Hütte
Übersichtskarte zum Generalstreik im Ruhrgebiet 1905 (Die Woche, 3/1905)
Karte der Verwaltungsstruktur des Ruhrgebiets
Weltkulturerbe Zeche Zollverein
Das weltgrößte Bergbau-Museum in Bochum
Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen
„Mathetower“ der TU Dortmund
Fußballbegeisterung der Fans von Borussia Dortmund
Bundesautobahn 52 über die Ruhrtalbrücke bei Mülheim-Mintard
Regional- und S-Bahn-Liniennetz Rhein-Ruhr