Saint-Gaudens


Saint-Gaudens ([sɛ̃godɛ̃s], okzitanisch Sent Gaudenç) ist eine südfranzösische Kleinstadt und eine Gemeinde (commune) mit 11.773 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Haute-Garonne in der Region Okzitanien (zuvor Midi-Pyrénées); sie ist Verwaltungssitz des Arrondissements Saint-Gaudens und des Kantons Saint-Gaudens.

Saint-Gaudens liegt am linken Ufer der Garonne in der historischen Provinz Comminges am Fuß der Pyrenäen in einer Höhe von ca. 380 bis 400 m.[1] Die Großstadt Toulouse liegt knapp 95 km (Fahrtstrecke) nordöstlich. Der Pico Aneto, der höchste Berg der Pyrenäen (3404 m), befindet sich ca. 40 km (Luftlinie) südlich. Das Klima ist gemäßigt; Niederschläge (ca. 800 mm/Jahr) fallen übers Jahr verteilt.[2]

Der kontinuierliche Bevölkerungsanstieg seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist im Wesentlichen auf die Landflucht infolge der Reblauskrise im Weinbau und der Mechanisierung der Landwirtschaft zurückzuführen; hinzu kommt die immer noch anhaltende Schließung von bäuerlichen Kleinbetrieben.

Die Gemeinde ist immer noch in hohem Maße land- und forstwirtschaftlich geprägt; der in früheren Zeiten durchaus bedeutsame Weinbau spielt kaum noch eine Rolle. Im Ort selber haben sich Kleinhändler, Handwerker, Dienstleister und mittelständische Industriebetriebe niedergelassen.

Saint-Gaudens hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Toulouse–Bayonne, der von Intercité- und TER-Zügen bedient wird.

In der Antike führte eine Römerstraße von Toulouse nach Dax in der Nähe vorbei; hier befand sich die Domäne Mansus, die nach der Christianisierung Mas Saint Pierre hieß. Einer Legende zufolge wurde hier im Jahr 475 der von den Westgoten getötete Gaudens begraben. Im 8. Jahrhundert wurde ein ihm geweihtes Kloster gegründet; rundherum entstand ein Dorf, aus dem sich die Stadt entwickelte. Im Jahr 1160 entstand ein Hospital des Johanniterordens. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts war der Ort vorübergehend in die Albigenserproblematik involviert. Unter Heinrich IV. (reg. 1589–1610) kamen die Stadt und ihr Umland in den Besitz der französischen Krondomäne.[3]