Sal. Oppenheim


Die Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA war eine deutsche Bank mit Sitz in Köln. Sie wurde 1789 als Privatbank gegründet und gehörte Angehörigen der Familie von Oppenheim. Bis zum Verkauf der Bank durch die Familie im Oktober 2009 an die Deutsche Bank für 1,3 Milliarden Euro war Sal. Oppenheim mit einer Bilanzsumme von 41,4 Milliarden Euro und über 150 Milliarden Euro an verwalteten Vermögen das größte unabhängige Bankhaus Europas.[1][2] Seit Oktober 2009 war sie eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank. Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit bis 2018 war die Vermögensverwaltung. Am 27. Oktober 2017 kündigte die Deutsche Bank an, Sal. Oppenheim aufzugeben und die verbliebenen Kunden sowie Teile des Geschäfts in die Deutsche Bank zu integrieren. Der aktive Geschäftsbetrieb wurde zum 30. Juni 2018 eingestellt. Die Nicht-Kern-Geschäftstätigkeiten wurden in der rechtlichen Einheit Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA fortgeführt. 2019 verschmolzen diese und die Deutsche Oppenheim Family Office AG zu einer Gesellschaft, die unter letzterem Namen firmiert.[3]

Der damals 17-jährige Salomon Oppenheim junior gründete die Bank 1789[4] als Kommissions- und Wechselhaus in Bonn zusammen mit dem einflussreichen Bankier und Silberhändler Samuel Wolff, der 90.000 Taler Kapital in das Geschäft einbrachte. Oppenheim handelte mit Waren, tauschte ausländische Sorten und vergab Kredite. Am 7. Mai 1793 trat Salomon Oppenheim erstmals als Gläubiger eines Wechsels über 300 Taler gegenüber den Bonner Eheleuten Schön in Erscheinung, was als erster Beleg für die Bankgeschäfte anzusehen ist.[5]

1798 setzten die französischen Revolutionstruppen unter Napoleon den Kurfürsten des Kurfürstentums Köln ab, dessen Hauptstadt Bonn war. In Köln und allen von ihnen annektierten linksrheinischen Gebieten führten die Franzosen die Religionsfreiheit ein. Damit konnten sich erstmals seit 400 Jahren Juden in Köln niederlassen. Daraufhin zog Oppenheim zum damals bedeutenden Bankenplatz Köln um, wo unter anderen das Bankhaus J. H. Stein (1790) und der A. Schaaffhausen’sche Bankverein (seit 1791) ihren Sitz hatten. Als Salomon Oppenheim 1828 verstarb, führte seine Witwe Therese die Geschäfte mit ihren Söhnen Simon und Abraham Oppenheim fort. Abraham heiratete 1834 Charlotte Beyfus, eine Enkelin von Mayer Amschel Rothschild, der das Bankhaus der Rothschilds gegründet hatte.[6]


April 1817: Das Unternehmen Farina gegenüber zieht auf ihren Frankfurter Kommissionär Wechsel über 20.000 fl. Order Sal. Oppenheim jun. & Co.
Brief von Sal. Oppenheim an Johann Maria Farina, 2. Mai 1832
Sal. Oppenheims Aufstellung für Farina, 2. Mai 1832
Sitz von Sal. Oppenheim Jr. & Cie., Pempelforter Straße 11, Düsseldorf-Pempelfort