San Vitale (Rom)


Die Kirche Santi Vitale, Valeria, Gervasio e Protasio, mit vollem Namen Santi Vitale e Compagni martiri in Fovea oder kurz San Vitale, ist eine Kirche in Rom. Sie ist Pfarrkirche, Stationskirche sowie Titelkirche der römisch-katholischen Kirche und steht im Rang einer Basilica minor.

Die Kirche lag ursprünglich am vicus longus, der heutigen Via Nazionale im I. römischen Rione Monti, etwa 300 Meter östlich des Quirinalspalastes.

Unter Papst Innozenz I. (401–417) wurde von 408 bis 412 unter Leitung der Presbyter Ursicinus und Leopardus gemeinsam mit dem Diakon Livianus eine neue Gemeindekirche errichtet. Die Mittel zum Erwerb des Grundstücks und für den Kirchenbau stammten aus einer Schenkung der prominenten Römerin Vestina (illustris femina Vestina), wie im Liber Pontificalis berichtet wird. Hierzu weist Hugo Brandenburg darauf hin, es sei bemerkenswert, dass die Errichtung des Kirchenbaus zu dieser Zeit bereits in den Händen von Klerikern lag, die im Auftrag des Bischofs von Rom die Mittel zu verwalten und die Bauten zu planen und durchzuführen hatten.[2]Bei dieser frühchristlichen Kirche handelt es sich um einen Neubau, der nicht aus einem vorhergehenden Gemeindesaal (ecclesia domestica) hervorgegangen ist. Es war eine dreischiffige Basilikamit Apsis im Westen und einer Portalvorhalle im Osten.

Wie dem Liber Pontificalis zu entnehmen ist, ließ Papst Leo III. (795–816) jede dritte der insgesamt 14 Säulen des Mittelschiffs durch einen Pfeiler ersetzen. Nach weiteren Restaurierungen im 12. und 13. Jahrhundert wurde die Kirche 1475 unter Papst Sixtus IV. (1471–1484) in eine einschiffige Saalkirche umgebaut.

Anfang des 17. Jahrhunderts erhielt sie eine neue Innenausstattung im Stil dieser Epoche. 1859 wurde sie restauriert und 1958 versetzte man die Vorhalle wieder in den ursprünglichen Zustand.

Papst Innozenz I. weihte die Kirche um 412 als basilica sanctorum Gervasi et Protasi, also den Hl. Gervasius und Protasius, und erhob sie zur Titelkirche mit der Bezeichnung Titulus Vestinae. Beide Bezeichnungen waren bis 499 nebeneinander gebräuchlich. Im Jahr 595 wurde dann erstmals der bis heute übliche Name Titulus sancti Vitalis benutzt. Auch im Katalog von Einsiedeln (Ende 8. Jahrhundert) wird die Bezeichnung Sancti Vitalis in Vico Longo benutzt.


Außenmauer
Kapitell
Vorhalle innen
Das Innere der Kirche
Portal mit Reliefs des 18. Jahrhunderts