Schichtstufe


Als Schichtstufe bzw. Schichtstufenlandschaft bezeichnet die Geomorphologie eine Gelände- bzw. Reliefform, die sich aus leicht geneigten, fast parallel übereinander liegenden Gesteinsschichten aufbaut. Ihre Ausprägung und Steilheit hängt im Wesentlichen von der Verwitterungsbeständigkeit und Lage der sie aufbauenden Gesteine ab.

Voraussetzung für die Entstehung von Schichtstufen (und der verwandten Formen Schichttafel, Schichtkamm, Schichtrippe, Schichtrampe und Schichtschwelle) ist in der Regel ein Schichtpaket mit unterschiedlich abtragungsresistenten Gesteinsschichten. Diese Schichten wurden dann durch Verwitterung und/oder Erosion angeschnitten, was das typische Erscheinungsbild zur Folge hat.

Die Übergänge zwischen Stufe, Tafel, Kamm, Rippe, Rampe und Schwelle sind dabei fließend. Weitere wichtige Faktoren sind Neigung und Mächtigkeit der beteiligten Schichten sowie die Art und Energie von Erosion und Verwitterung. Von Schichten dominierte Reliefs sind meist heterolithisch, das heißt, aus mehreren solchen Gesteinsschichten bestehend. Unterschiedliche Verwitterungsgrade in einer Schicht können aber auch zu einem homolithischen Schichtrelief führen. In Mitteleuropa finden sich Schichtreliefe vor allem in Südwestdeutschland (Südwestdeutsches Schichtstufenland) und im Bereich Südniedersachsen-Nordhessen-Thüringen.

Idealerweise steht am Beginn der Entwicklung einer Schichtstufe meist Hebung und damit verbundene Schrägstellung eines Schichtpakets mit obenauf liegender widerständigerer und untenliegender nachgiebigerer Gesteinsschicht um etwa 1-5°. Zur Ausbildung der Stufe kommt es durch Erosion bis zur untenliegenden nachgiebigeren Schicht. Die Schicht des obenauf liegenden, abtragungsresistenteren („härteren“) Gesteins heißt Stufenbildner und bildet die erhabenen Teile der Stufe (siehe 2.1.2). Der Sockelbildner ist die Schicht des untergelagerten, weniger abtragungsresistenten („weicheren“) Gesteins.

Grad und Richtung der Schichtenschrägstellung werden mit den geologischen Fachbegriffen „Fallen“ (auch „Einfallen“ oder „Schicht(en)fallen“) und „Streichen“ beschrieben.

Das Querprofil ist deutlich asymmetrisch und teilt sich allgemein in Stirnseite und Rückseite. Vor der Stirnseite liegt das Vorland der Stufe, auf die Rückseite folgt das entsprechende Hinterland.


Schematisierter Aufbau eines Schichtstufenprofils
Modell einer Schichtstufenlandschaft
Typisches Gewässernetz in Schichtstufenlandschaften