Schlosskapelle Nörvenich


Die Schlosskapelle Nörvenich ist ein römisch-katholischer Sakralraum aus dem 18. Jahrhundert im Schloss Nörvenich in Nörvenich, Kreis Düren. Die Kapelle ist der Gottesmutter Maria gewidmet. Sie gehörte bis 1803 zum Kirchspiel Hochkirchen und somit zur Pfarre St. Viktor.[1]

Der längsgestreckte Sakral-Raum befindet sich im Hauptgebäude und ist über den Haupteingang auf der linken Seite zu erreichen. Er hat ein hohes Fenster nach Nordwesten. An den Längsseiten befindet sich je ein Durchgang in größere Räume des Baudenkmals, die für museale Ausstellungen genutzt werden. Der linke Durchgang ist seit Jahren durch Spanplatten verschlossen, tapeziert und mit handelsüblicher altweißer Farbe gestrichen.

Das wertvollste erhaltene beste Stück aus der Bauzeit ist nach Angaben von Kunsthistorikern das Deckengemälde des Barockmalers Johann Chrysanth Bollenrath, das Jahrhunderte mit zwei Weltkriegen überstand. Der Künstler aus Aachen hatte das in Ölfarben geschaffene Gemälde in diesem Raum gemalt und im Jahre 1729 vor Ort von Hand signiert und datiert.

Das Deckengemälde zeigt Mariä Aufnahme in den Himmel. Außer Maria, der Dreifaltigkeit, musizierenden Engeln und einer Allegorie des Glaubens sind ein kniender Adliger und seine Frau mit zwei Kindern als Stifterfamilie zu sehen. Besitzer zu dieser Zeit war die Familie von Gymnich, die die mittelalterliche Burg baulich erneuerte. Der damals vom Eigentümer genannte Name Burg wurde gewählt, um den Unterschied zum Schloss Gymnich zu verdeutlichen, dem Stammsitz der Adelsfamilie im nahen Nachbarort der heutigen Gemeinde Nörvenich.

Der langgestreckte Kapellenraum ist 265 cm breit und 610 cm lang. Die Höhe der Gewölbedecke ist 480 cm. Das Außenfenster zum Schlosspark befindet sich in einer 140 cm dicken Ziegelmauer und hat eine Größe von 300 × 160 cm. Die Grundfläche des Raumes beträgt 16,2 m². Das Inventar, incl. dem Rest eines Barockaltars, wurden 1902 nach Schloss Gymnich verbracht.[2]

Die Kapelle wird nach Angaben der Domänenverwaltung von dem im Schloss beheimateten Museum Europäische Kunst für temporäre Ausstellungen „Religiöse Kunst“ genutzt. Eine erneute Ausgestaltung als Sakralraum hat begonnen. Zur Ausstattung der historischen Kapelle wurden inzwischen mehrere sakrale Gegenstände von der Schlossfamilie Bodenstein beschafft, zu deren Vorfahren die Grafen von Burg Pottenstein gehören. Dort lebte von 1227 bis 1228 auch Elisabeth von Thüringen, nachdem sie als Witwe mit drei Kindern vom Fürstenhof verbannt worden war.


Deckengemälde
Inschrift des Malers