Schwäbisch Hall


Schwäbisch Hall (1802–1934 offiziell nur Hall – wie bis heute umgangssprachlich) ist eine Stadt im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs etwa 37 km östlich von Heilbronn und 60 km nordöstlich von Stuttgart. Sie ist der Kreissitz und die größte Stadt des Landkreises Schwäbisch Hall und bildet ein Mittelzentrum in der Region Heilbronn-Franken.

Die im Mittelalter um eine Saline entstandene Gewerbesiedlung auf fränkischem Königsgut, 1156 erstmals urkundlich sicher belegt, wurde zu einer staufischen Königsstadt. 1280 erlangte Hall den Status einer Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich und konnte den bis zur Mediatisierung 1802 beibehalten.

Bekannt ist die Stadt durch den nach ihr benannten Heller wie auch für die Salzsieder, die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die Freilichtspiele auf der großen Treppe vor St. Michael.

Schwäbisch Hall liegt an einer alten Salzquelle im schroff eingeschnittenen Kochertal, in das von beiden Seiten mehrere steile Muschelkalk-Klingen münden. Die neueren Stadtteile und eingemeindeten Orte liegen meist zu beiden Seiten des Flusses auf der Hochfläche der Haller Ebene, die von den größeren Höhen des Schwäbisch-Fränkischen Walds umgeben ist. Das Stadtgebiet hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge, Kocher-Jagst-Ebene und Hohenloher-Haller Ebene.[2]

Die folgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Schwäbisch Hall (im Uhrzeigersinn, von Norden):Untermünkheim, Braunsbach, Wolpertshausen, Ilshofen, Vellberg, Obersontheim, Michelbach an der Bilz, Rosengarten, Oberrot, Mainhardt und Michelfeld (alle Landkreis Schwäbisch Hall) sowie Waldenburg und Kupferzell (beide Hohenlohekreis).

Mit den Gemeinden Michelbach an der Bilz, Michelfeld und Rosengarten ist die Stadt Schwäbisch Hall eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.


Panorama der Altstadt im Kochertal
Panorama Marktplatz
Lage der eingemeindeten Teilorte und der Comburg
Erste gedruckte Ansicht der Stadt, etwa 1580, aus der Kosmografie von Georg Braun und Franz Hogenberg
Der Sage nach standen im späteren Stadtgebiet sieben Burgen, aus denen sich Schwäbisch Hall entwickelt haben soll (Federzeichnung aus einer Haller Chronik um 1600)
Bei einem der größten Stadtbrände wurde 1680 der größte Teil der Gelbinger Gasse zerstört
Heller aus Schwäbisch Hall (13. Jh.)
Der Sulferturm, davor die gepflasterte Furt über einen Kocherarm von der Flussinsel Grasbödele im Vordergrund zum Haalplatz hinter dem Turm
Stadtansicht nach 1862 mit dem neuen Bahnhof (links)
Schwäbisch Hall nach dem Brand (Radierung von Andreas Nunzer, Nürnberg, nach einer Zeichnung von Johann Philipp Meyer, Hall, 1728)
Plan des reichsstädtischen Territoriums von 1762
Schwäbisch Hall nach dem Brand 1680
Der Große Stadtbrand von 1728 zerstörte den überwiegenden Teil der heutigen Altstadt
einseitiger Silberpfennig aus Schwäbisch Hall von 1798, letzte Münzprägung der Stadt
Schützenscheibe von 1802, die die Wachparade durch württembergisches Militär zeigt. Die Inschrift huldigt dem neuen Herrscher: Was Menschen Eigensinn getrent; doch die Natur verband; Dies gab der Genius der Zeit – dem theuren Vaterland! Nicht mit Hochgewitters Stürmen zogen Friedrichs Krieger ein: Ihre Losung ist das Streben, – Ihres Herrschers werth zu sein!
Schützenscheibe mit Stadtansicht von 1829 (Sicht von Norden)
Der Schiedgraben
Das Clausnitzerhaus
Altstadt von Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall 1643
Einwohnerentwicklung von Schwäbisch Hall.svg Einwohnerentwicklung von Schwäbisch Hall - ab 1871.svg
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Einwohnerentwicklung von Schwäbisch Hall nach nebenstehender Tabelle. Oben von 1514 bis 2018. Unten ein Ausschnitt ab 1871
Bevölkerungspyramide für Schwäbisch Hall (Datenquelle: Zensus 2011[25])
Blick nach Ostsüdosten auf die Evangelische Stadtpfarrkirche St. Michael. Rechts daneben die Kappe des Langenfelder Tors, heute meist Crailsheimer Tor genannt.
Das barocke Rathaus von 1735
Aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat
        
Insgesamt 34 Sitze
Das Haller Globe-Theater auf der Kocherinsel Unterwöhrd
Von der Tullauer Höhe aus gesehen (v. l. n. r.): Steinbach am Fuße der Comburg, gegenüber der Comburg die Kleincomburg, im Hintergrund Hessental und der Einkorn
Die ehemalige Justizvollzugsanstalt und das neu errichtete Kocherquartier