Silber


Silber (in der Pharmazie auch lateinisch Argentum) ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Ag und der Ordnungszahl 47. Es zählt zu den Übergangsmetallen. Im Periodensystem steht es in der 5. Periode und der 1. Nebengruppe (Gruppe 11) oder Kupfergruppe. Das Elementsymbol Ag leitet sich vom lateinischen Wort argentum für „Silber“ ab. Silber gehört zu den Edelmetallen.

Es ist ein weiches, gut verformbares (duktiles) Schwermetall mit der höchsten elektrischen Leitfähigkeit aller Elemente im unmodifizierten Zustand (Kohlenstoff in der Form von Graphen besitzt nochmals eine höhere Leitfähigkeit) und der höchsten thermischen Leitfähigkeit aller Metalle. Lediglich Supraflüssigkeiten und ungestörte kristalline Ausprägungen des Kohlenstoffs (Diamant, Graphen und graphennaher Graphit, Kohlenstoffnanoröhren) und des Bornitrids weisen eine bessere thermische Leitfähigkeit auf.[13]

Das Wort „Silber“ (althochdeutsch silabar, silbar und ähnliche Formen) leitet sich aus der gemeingermanischen Wurzel *silubra- ab, ebenso wie die Bezeichnungen in anderen germanischen Sprachen (so Englisch silver). Das Baskische hat das germanische Wort übernommen: zilar. Verwandte Bezeichnungen gibt es in den baltischen Sprachen (litauisch sidabras) und den slawischen Sprachen (russisch серебро serebro, kroatisch srebro).[14]

Die Philologie des 19. Jahrhunderts brachte eine Vielzahl von Theorien über den Wortursprung hervor.[14] Der 1870 von Victor Hehn hergestellte Zusammenhang mit dem in Homers Ilias beschriebenen sagenhaften Land Alybē (Ἀλύβη) muss Spekulation bleiben. Das Wort könnte aus einer orientalischen Sprache stammen, abgeleitet von der semitischen Wurzel ṢRP (vgl. akkadisch ṣarāpu ‚veredeln‘, ‚legieren‘).[15]

In anderen indogermanischen Sprachen geht das Wort für Silber auf die Wurzel *arg zurück, so altgriechisch ἄργυρος argyros und lateinisch argentum.[16] Argentinien wurde nach dem Silber benannt, das Europäer dort zu finden hofften; es ist das einzige nach einem chemischen Element benannte Land. Häufiger ist die Namensgebung eines Elementes nach einem Land, z. B. Francium, Germanium und Polonium.[17]


Silbergeflecht mit Calcit aus Kongsberg, Buskerud, Norwegen (6,4 × 4,6 × 0,6 cm³)
Kongsbergit aus Coquimbo, Chile
Entwicklung der globalen Silberfördermengen ab 1950[31]
Ein reiner Silber-Kristall, elektrolytisch abgeschieden mit deutlich sichtbaren dendritischen Strukturen
Durch Silbersulfidbelag dunkel angelaufene deutsche Silbermünze von 1927: 5-Reichsmark-Kursmünze „Eichbaum“ (geprägt 1927–1933)
5-kg-Silberbarren
Heutige Silbermünzen mit Nennwert als Zahlungsmittel
Silberschatz aus Pompeji, Italien, 79 n. Chr. Vorne, von links: Patera (römische Opferschale), Schöpflöffel für Wein (Simpulum), Patera, Spiegel. Im Hintergrund zwei Krüge und Schalen.
Spiegel aus massivem Silber, Fundstück aus Pompeji, Italien, 79 n. Chr.
Stempel auf silbernem Gerät: links Halbmond und Reichskrone, Mitte Feingehaltzahl, rechts Firmenstempel
Silberchlorid (links);
nach Zugabe von Ammoniak (rechts)
Silberhalogenide im Vergleich, von links nach rechts: Silberchlorid, -bromid, -iodid