Smiřice


Smiřice liegt elf Kilometer nordöstlich von Hradec Králové in 240 m ü. M. am rechten Ufer der Elbe und gehört dem Okres Hradec Králové an. Westlich der Stadt auf halbem Wege zwischen Hradec Králové und Jaroměř verläuft die Europastraße 67.

Smiřice entstand an der Elbe, die zur Zeit der Ortsgründung aus drei großen Flussarmen bestand. Umgeben von zwei Flussarmen befand sich eine mittelalterliche Veste, die 1392 erstmals erwähnt und im 15. Jahrhundert zum Schloss umgebaut worden ist. Die dazugehörige Ansiedlung Smiřic wurde 1659 zur Stadt erhoben. Daneben bestand im 16. und 17. Jahrhundert noch das Dorf Smiřice, das danach mit der Stadt verschmolz. Ein weiteres Dorf war Smiřičky, das sich einen Kilometer weiter westlich auf dem Gelände des heutigen Bahnhofs befand.

Verbunden mit der Geschichte der Stadt ist das Geschlecht der Smiřický von Smiřice. Der erste Nachweis darüber stammt von 1405, als Václav (Wenzel) Smiřický ze Smiřic das Dorf Smiřice und das benachbarte Číbuz kaufte. Dieser erste belegbare Smiřický ze Smiřic soll in dem nahe gelegenen Holohlavy bestattet sein. Nach Hinrichtung Jan (Johann) Smiřickýs am 7. September 1453 ging Smiřice an seine Neffen, die Brüder Jan und Hynek Smiřický, über. Nachdem Jan und 1476 schließlich auch Hynek ohne Nachkommen verstorben waren, folgten verschiedene Besitzer.

1498 erwarb Nikolaus der Jüngere Trčka von Lípa Smiřice. Als 1634 Adam Erdmann Graf Trčka in Eger zusammen mit seinem Schwager Wallenstein ermordet wurde, erbte Adam Erdmanns Vater Jan Rudolf Trčka von Lípa den Besitz. Nach dessen ebenfalls 1634 erfolgten Tod wurden dessen Besitzungen nach einem Gerichtsverfahren vom Kaiser konfisziert. 1636 erhielt der kaisertreue General Johann Matthias Gallas die Grundherrschaft Smiřice mit dem Städtchen und dem Schloss Smiřice einschließlich der Güter Žiželeves, Rodov, Hořiněves und Sadová und den zugehörigen 40 Dörfern. Nach dessen Tod erbten seine vier Söhne den Besitz und verliehen Smiřice 1659 die Stadtrechte. 1661 ließ Anton Pankratius Graf Gallas das Barockschloss errichten.

Am 1. Oktober 1685 verkaufte Gallas die Grundherrschaft an Isabella Magdalena von Sternberg. 1747 ging der Besitz durch die Ehe zwischen Maria Theresia von Sternberg mit Johann Leopold von Paar an die Fürsten von Paar über. Nach ihrem Tod im Jahre 1761 übernahm ihr Sohn, der k.k. Erblandpostmeister Johann Wenzel Fürst von Paar den Besitz, der ihn 1780 für 500.000 Gulden an Kaiser Joseph II. verkaufte. Die Herrschaft blieb bis 1848 Kronbesitz und wurde nach der Ablösung der Grundherrschaften zur Reichsdomäne, deren Verwaltung der k.k. privilegierten Credit-Anstalt übertragen wurde.

1856 erhielt die Stadt mit dem Bau der Strecke der Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn von Josefstadt nach Pardubitz einen Eisenbahnanschluss. Am 20. Mai 1858 fuhr die erste Bahn und die Stadt erhielt ein Bahnhofsgebäude, das einem kleinen Schlösschen ähnelte.


Schloss Smiřice
Schlosskapelle