Sozialbilanz


Eine Sozialbilanz gibt Auskunft über den sozialen Nutzen und die sozialen Kosten betrieblicher Tätigkeiten. Durch die Erstellung einer Sozialbilanz wird im Gegensatz zur Wirtschaftsbilanz nicht über die ökonomischen Leistungen eines Unternehmens berichtet, sondern es kann die soziale Leistung und Verantwortung eines Unternehmens quantitativ und/oder qualitativ dokumentiert und Potenziale zur Verbesserung identifiziert werden.[1]Diese kann im Rahmen der Corporate Social Responsibility eines Unternehmens erstellt werden und ist somit Ausdruck einer erkannten sozialen Verantwortung des Unternehmens.

Dem deutschen Begriff Sozialbilanz liegen dabei mehrere angloamerikanische Begriffe zu Grunde, z. B. Social Reporting. In der deutschen Literatur findet man in der Regel die als Synonym verwendete Bezeichnung 'Sozialbilanzierung' (als eigentlich reines Rechenwerk), obwohl das englische Wort eher den weiter gefassten Begriff Reporting, also eine umfassende Berichterstattung, wählt. Damit geht auch ein Teil des umfassenderen Problemverständnisses mit der Übersetzung verloren. Die deutsche Literatur definiert daher auch den Begriff Sozialbilanz in der umfangreichen Variante: als eine systematische und regelmäßige Erfassung und Dokumentation der gesellschaftlich positiven und negativen Auswirkungen von Unternehmensaktivitäten.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Bilanz sind Inhalt und Struktur der Sozialbilanz nicht gesetzlich in Deutschland geregelt. Es liegt gegenwärtig kein einheitliches Verständnis darüber vor, wie eine Sozialbilanz strukturiert sein und welche Inhalte sie grundsätzlich abdecken soll. Eine vorgeschriebene und somit einheitliche Gliederung fehlt ebenso wie eine einheitlich verwendete Terminologie. In anderen europäischen Ländern (z. B. Frankreich, Dänemark) besteht eine Veröffentlichungspflicht. Entsprechend wurden in der Vergangenheit verschiedene Ansätze entwickelt und diskutiert. Diese unterscheiden sich hinsichtlich mehrerer Kriterien, wie unter anderem:

Durch die Erstellung einer Sozialbilanz ist ein Unternehmen gezwungen, sich mit seinen sozial wirksamen Aktivitäten auseinanderzusetzen. Dabei kann die Sozialbilanz gleichsam genutzt werden, um den Beitrag des Unternehmens zu sozialen Problemen als auch zu deren Lösung zu dokumentieren. Durch die umfassende und systematische Aufstellung sozial relevanter Aktivitäten können wesentliche Informationen über die Sozio-Effektivität des Unternehmens gewonnen werden. Die Veröffentlichung dieser Informationen beispielsweise im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung trägt darüber hinaus zur Transparenz gegenüber Stakeholdern bei und kann über Stakeholder-Dialoge die Verbesserung der Sozio-Effektivität zusätzlich unterstützen.[3]


1978 veröffentlichte Migros als erstes Schweizer Unternehmen eine Sozialbilanz