Spielautomat


Ein Spielautomat ist ein ursprünglich mechanisch, später elektromechanisch und heute meist elektronisch funktionierendes, Screen-basiertes Gerät, das nach Münzeinwurf, Eingabe einer Banknote oder eines werthaltigen Tickets einen Spielverlauf startet, dessen Ergebnis durch Zufall und Spielerbetätigungen bestimmt wird.

Motiv zum Spielen sind Unterhaltung und Hoffnung auf einen Gewinn. Kommerzielle Nutznießer des Automaten sind in der Regel der Betreiber sowie der Staat, der – sofern es sich um legal aufgestellte Geräte handelt – einen nicht unbeträchtlichen Teil des Gewinnes als Vergnügungs-, Umsatzsteuer bzw. Spielbankabgabe erhält.

Mit dem Begriff „Spielautomaten“ werden in Deutschland meist Geldspielgeräte im Sinne des § 33c der Gewerbeordnung (GewO) bezeichnet, wie sie in Gaststätten und Spielhallen aufgestellt werden dürfen. Allerdings wird die Begriffsbedeutung teilweise auch weiter gefasst:

In Spielbanken wird das Automatenspiel oft als „Kleines Spiel“ bezeichnet in Abgrenzung zum „Großen Spiel“, das die klassischen Glücksspiele wie Roulette und Black Jack umfasst.[1]

Obwohl programmgesteuerte Spielautomaten, die heute fast ausnahmslos Bildschirm-basiert realisiert werden, sehr komplexe Spielabläufe aufweisen können (darunter auch klassische Kasinospiele wie Black Jack, Poker und Roulette), folgen die meisten Spielautomaten in den Grundzügen ihren elektromechanischen Vorbildern: Ein Spiel umfasst den Lauf von 3 bis 6 Walzen, die jeweils pro Halteposition mit einem Symbol versehen sind. Dabei werden, bedingt durch die Größe eines Sichtfensters, bei jeder Walze jeweils die Symbole zu einer bestimmten Anzahl von Haltepositionen angezeigt. Sehr verbreitet sind Spielabläufe mit 5 Walzen, bei denen jeweils 3 Symbole, d. h. die Symbole von 3 Haltepositionen, zu sehen sind. Meist führen drei oder mehr übereinstimmende Symbole zu einem Gewinn, sofern sie am linken Rand beginnend und ununterbrochen auf geraden oder anderweitig suggestiv erscheinenden Linien liegen.[2]


Automatensaal der Spielbank Wiesbaden (2013)
Spielbank Magdeburg (2016)
Flipper-Automat
Cashout-Ticket (Muster), wie es in Spielbanken verwendet wird
Liberty Bell (1899)
Fingerschlagautomat Bajazzo ab ca. 1910
Berliner Spielhalle 1919 mit Auto­maten des Bajazzo-Typs: „Kinder unter 16“ hatten laut Aushang keinen Zutritt
Rotamint, NSM, 1952
Unterer Teil einer Risiko­leiter – ab ca. 1980 für drei Jahrzehnte typisch für Geld­spiel­geräte
Merkur Disc, Gauselmann-Gruppe, 1984
Penny Pusher
Arcade-Automat Polyplay (DDR ab 1985)
Anzahl der Spielgeräte mit Gewinnmöglichkeit in Deutschland 1995–2020
Aufkommen der Vergnügungssteuer durch Spielautomaten 1990–2020