St. Leonhard (Schwäbisch Gmünd)


St. Leonhard ist ein Friedhofskomplex östlich der Altstadt von Schwäbisch Gmünd, zwischen der Bundesstraße 29 und der Remsbahn gelegen, bestehend aus der gotischen Leonhardskirche (auch Leonhardskapelle), der nachgotischen Herrgottsruhkapelle und dem Leonhardsfriedhof.

Die älteste schriftliche Nennung der Leonhardskirche ist vom Sommer 1345. Zu dieser Zeit bestand die heutige Kirche schon. Das Dach des Chores ist auf 1340/41 datiert, das Dach des Langhauses erst auf 1471, wobei dies auf eine Renovierung in dieser Zeit zurückzuführen ist. Eine oft geäußerte und unter anderem von Hermann Kissling durch die Analyse von Steinmetzzeichen, untermauerte Vermutung, dass die Baumeisterfamilie Parler, die auch das Gmünder Münster errichteten, die Kapelle bauten, konnte nicht bewiesen oder widerlegt werden. Insgesamt wird die Neuanlage des Leonhardsfriedhofes mit einer solch großen Friedhofskirche als erstaunlich angesehen, da zur selben Zeit neben dem neuen Münster ebenfalls eine Kapelle mit Friedhof, die Michaelskapelle errichtet wurde. In den Jahren 1776 bis 1779 wurde die Kirche durch den Stadtbaumeister Johann Michael Keller umfangreich barockisiert. Die Stuckateursarbeiten übernahm Laurentin Hieber aus Neresheim, die Malereien wurden von Joseph Wannenmacher ausgeführt. 1779 kam ein Sakristeianbau hinzu, 1782 das Mesnerhaus an der Westfassade, welches der Leonhardskirche ihr charakteristisches Aussehen verlieh.

1907 und 1916 sowie in den 1970er Jahren fanden größere Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten statt. Die letzte große Sanierung wurde von 1997 bis 1999 durchgeführt. Heute dient die zur Kirchengemeinde St. Franziskus gehörende Leonhardskirche hauptsächlich als Friedhofskapelle für den Leonhardsfriedhof, der mit dem Dreifaltigkeitsfriedhof zu den beiden noch bestehenden Stadtfriedhöfen gehört und sich unter anderem durch seinen alten Baumbestand auszeichnet.

Nachdem 2012 bei der Beerdigung des Stadtkapellmeisters Dietmar Spiller das Geläut der Leonhardskirche ausgefallen war, wurde die Baufälligkeit des Dachreiters bekannt. Im Jahr 2018 wurde daher mit einer umfangreichen Sanierung, insbesondere des Dachbereiches, begonnen. Im August 2018 wurden dabei die Glocken abgenommen und ebenfalls der Instandsetzung zugeführt.[1][2]


Leonhardskirche mit Friedhof und Herrgottsruhkapelle, im Hintergrund der Schmiedturm
Leonhardskirche von Südwest
Leonhardskirche von Osten
Aussegnungshalle auf dem Leonhardsfriedhof
Leonhardsfriedhof mit altem Baumbestand