Stadion Wankdorf (1925)


Das Stadion Wankdorf war ein Fussballstadion im Wankdorffeldquartier in der Stadt Bern. Es war über 70 Jahre das Stadion des Fussballvereins BSC Young Boys und lange das grösste Stadion der Schweiz.

Im August 2001 wurde die Anlage abgerissen und durch das 2005 fertiggestellte Stade de Suisse ersetzt, das seit 1. Juli 2020 ebenfalls den traditionsreichen Namen trägt.

Im Wankdorf-Stadion fand der später als Wunder von Bern bezeichnete Final der Fussball-Weltmeisterschaft 1954 statt, durch das es weltbekannt wurde. Im Jahr 1961 fand der Final des Europapokals der Landesmeister und 1989 der Final des Europapokals der Pokalsieger in Bern statt.

Ab 1924 spielte YB auf dem Berner Wankdorffeld. Am 18. Oktober 1925 wurde das erste Wankdorfstadion mit insgesamt 22'000 Plätzen, davon 5000 überdachte Stehplätze und 1200 überdachte Sitzplätze, eröffnet. Während der 1930er-Jahre wurde es in mehreren Schritten ausgebaut: 1933 kam ein zweites Trainingsfeld hinzu, 1936 die Ecktürme. 1939 wurde mit dem Bau der Stehrampe gegenüber der Tribüne das Stadion auf 42'000 Zuschauerplätze erweitert. Für die Fussball-Weltmeisterschaft 1954 wurde das alte Stadion abgerissen und von den Architekten Walter Haemmig und Virgilio Muzzulini vollständig neu gebaut. Insgesamt 64'000 Zuschauer fanden nun auf 56'000 Steh- und 8000 Sitzplätzen Platz.

2001 wurde das nun veraltete und baufällige zweite Wankdorfstadion abgerissen – die Zuschauerkapazität betrug aus Sicherheitsgründen gegen Schluss nur noch ca. 22'000 Plätze. Beim letzten Punktspiel im alten Stadion waren mit Fritz Walter und Gyula Grosics zwei der wichtigsten Spieler des wohl denkwürdigsten Spiels der Stadiongeschichte anwesend. Ein Rasenstück des Spielfelds fand seinen Weg in den Garten des Bundeskanzleramts in Berlin. Kurz nach dem Abriss begann man mit dem Bau eines neuen Stadions an gleicher Stelle. Das Stade de Suisse wurde Ende Juli 2005 fertiggestellt und eingeweiht.

Der Final um den Schweizer Cupsieger wurde bis 2000, bis auf wenige Ausnahmen, fast jedes Jahr in Bern ausgetragen. Seit 2006 findet der Cupfinal wieder in Bern statt, wird jedoch jährlich vergeben.


Spielszene aus dem WM-Finale 1954 (86. Minute): Puskás trifft zum vermeintlichen 3:3, aber Abseits
Das bekannte Bild des Uhrturms, um den sich die Menge drängt, schmückt heute die Rückseite der restaurierten Matchuhr vor dem Stade de Suisse.
Stadion Wankdorf kurz vor dem Abriss im Jahr 2001
Tribünenteil und Stein aus dem abgerissenen Stadion, ausgestellt im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund