Stakeholder


Als Stakeholder [ˈsteɪkhoʊldə] (deutsch „Teilhaber“[1] oder Anspruchsberechtigter) wird eine Person oder Gruppe bezeichnet, die ein berechtigtes Interesse am Verlauf oder Ergebnis eines Prozesses oder Projektes hat.[2] In der Betriebswirtschaftslehre wird Stakeholder als Anspruchsgruppe übersetzt.

Der Ausdruck Stakeholder stammt aus dem Englischen und ist damit ein Anglizismus. „Stake“ kann mit Einsatz, Anteil oder Anspruch, Erwartung übersetzt werden, „holder“ mit Eigentümer oder Besitzer. Der Stakeholder ist daher jemand, dessen Einsatz auf dem Spiel steht und der daher ein Interesse an Wohl und Wehe dieses Einsatzes hat. Im übertragenen Sinne wird „Stakeholder“ heutzutage nicht nur für Personen verwendet, die tatsächlich einen Einsatz geleistet haben, sondern für alle, die ein Interesse am Verlauf oder Ergebnis eines Prozesses oder Projektes haben; beispielsweise auch Kunden oder Mitarbeiter.

Ideen ähnlich der modernen Stakeholder-Theorie können auf seit langem geführte philosophische Diskussionen über das Wesen der Zivilgesellschaft und die Beziehungen zwischen Individuen zurückgeführt werden.[3] Der Begriff „Stakeholder“ in seiner heutigen Bedeutung wurde erstmals 1963 in einem internen Memorandum[4] am Stanford Research Institute verwendet.[3][5] Im Anschluss wurde „eine Fülle“[3] an Definitionen und Theorien entwickelt.[6]

Ein alle Aspekte des Begriffs „Stakeholder“ umfassender Ausdruck deutschen Ursprungs existiert in der Literatur nicht. Verwendete Näherungen sind Anspruchsträger oder Interessenten und Betroffene. Bei Projekten spricht man von Interessengruppen, interessierten Parteien (vergl. ISO 9001), Anspruchsberechtigten oder Anspruchsgruppen.[2]


Interne und externe Stakeholder eines Unternehmens