Straßburg


Straßburg (französisch Strasbourg [stʁasbuʁ], im Straßburger Dialekt Schdroosburi [ˈʃdɾoːsburi][1]) ist eine Stadt im Elsass, einer Landschaft im Osten Frankreichs nahe der Grenze zur Region Baden in Deutschland. Die Stadt ist Hauptort des Départements Bas-Rhin, das seit Januar 2021 auch Mitglied der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass ist, und Sitz des Regionalrats und des Regionspräfekten der Region Grand Est. Die Präfektur verwaltet auch das Arrondissement Strasbourg, das aus 33 Gemeinden besteht.

Mit 287.228 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) in der Kernstadt und 790.000 Einwohnern in der Aire urbaine auf französischem Boden[2] ist Straßburg mit Abstand die größte Stadt im Grand Est.[3]

Wie auch Basel (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich), Genf (IKRK sowie europäischer UNO-Sitz) und New York City (weltweiter UNO-Sitz) ist Straßburg eine der wenigen Städte der Welt, die den Sitz einer wichtigen Internationalen Organisation beherbergen, ohne eine Landeshauptstadt zu sein.[4] Straßburg ist Sitz zahlreicher europäischer Einrichtungen, unter anderem Europarat, Europaparlament, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Europäischer Bürgerbeauftragter und Eurokorps. Aufgrund dessen versteht sich die Stadt als Hauptstadt Europas.[5][6][7]

Teile der Innenstadt, die mittelalterliche Altstadt auf der Grande-Île und die Neustadt sind unter dem Titel Straßburg: von der Grande-Île zur Neustadt, eine europäische Stadtszenerie UNESCO-Weltkulturerbe.

Die römische, aus einer keltischen Siedlung entstandene Vorgängersiedlung hieß Argentorate, zu gallisch Argento-, wahrscheinlich ein Flussname, und -rate ‚Befestigung‘.[1] Mittellateinische Namensformen wie Argentoratum und Argentina finden sich noch bis ins 16./17. Jahrhundert (Frans Hogenberg, Matthäus Merian, Hartmann Schedel).

Der erstmals im Jahr 589 bezeugte Name Straßburg setzt sich aus althochdeutsch strāʒe ‚Heeresstraße‘ und althochdeutsch burg ‚befestigte Stadt‘ zusammen und bedeutet damit ‚befestigter Ort an der Heeresstraße aus Innergallien‘.[1] Frühe Nennungen finden sich bei Gregor von Tours als ad Argentoratensem urbem quam nunc Strateburgum vocant (589) und Stradeburgum (590), bei Nithard als Strazburg (842) sowie auf merowingischen Münzen als Stradiburg und Stradeburgo.[1][8] Eine angebliche Nennung schon um 400: [civitas Argentoratensium] id est Strateburgum ist wohl ein Zusatz aus der Zeit um 600.[1]


Höhenmarke (144,665 m) am Straßburger Münster
Les 15 quartiers fonctionnels de Strasbourg.jpg
15 quartiers Strasbourg.svg
Das römische Argentoratum auf einem Plan von Straßburg, 18. Jahrhundert
Ansicht von Straßburg, (Holzschnitt aus der Schedelschen Weltchronik 1493)
Ansicht von Straßburg (Argentina) nach Matthäus Merian, 1644
Familienwappen von Müllenheim
Relation Aller Fürnemmen und gedenckwürdigen Historien, die erste gedruckte Zeitung der Welt, 1609
Karte von Straßburg, Frans Hogenberg (Norden am oberen rechten Bildrand), 1572
Karte von Straßburg, ca. 1600
Stadt und Festung Straßburg 1700
Französische Karte von 1720 der Stadt und Festung Straßburg (mit Kehl auf der anderen Rheinseite). Eindrucksvoll sichtbar sind auch die zahlreichen Altrheinarme des noch nicht kanalisierten Oberrheins.
La Petite France
Straßburg, um 1895
Historische Karte von Straßburg, 1888
Straßburg, Kammerzellhaus, um 1900
Gewerbslauben in Straßburg um 1906
Ansicht auf drei Türme der Gedeckten Brücken (Ponts couverts), Teil der ehemaligen Stadtbefestigung am Eintritt der Ill in das Stadtzentrum; im Hintergrund der Münsterturm
Innenansicht der Alten Synagoge nach Osten, um 1900
Präfektur, ehemaliges Landesausschussgebäude (erbaut 1907–1911)
Empfangssaal des Straßburger Rathauses
Neubauviertel Esplanade aus den 1960er Jahren, Straßenbahn Straßburg (ab 1994)
Einwohnerzahl Straßburgs 1684–2006, unregelmäßige Zeitachse
Blick auf die Straßburger Innenstadt im Herbst 2014, mit (von links nach rechts) der Paulskirche, Saint-Pierre-le-Jeune protestant, dem Straßburger Münster (davor der Temple Neuf), der Thomaskirche und Saint-Pierre-le-Vieux
Altes Bahnhofsgebäude unter der neuen Glasfassade (seit 2008) des Bahnhofs Straßburg
TGV im Bahnhof Straßburg
Straßburger Straßenbahn
Rhein-Rhône-Kanal in Straßburg
Der Ill-Kanal schließt die Altstadt Straßburgs kreisförmig ein
Das Hauptgebäude der Universität aus der Zeit des Reichslandes – „Palais U(niversitaire)“
Figurengruppe (Allegorie zum Motto „Wissenschaft und Vaterland“) am Hauptgebäude der Université de Strasbourg
Straßburger Nationalbibliothek Bibliothèque nationale et universitaire
Münsterplatz (Place de la Cathédrale)
Gerberviertel Petite FranceKlein Frànkrich
Ehemalige hugenottische[72] Rotgerberei Bury, Rue des Dentelles 12.[73]
Palais du Rhin (ehemaliger Kaiserpalast), Sitz der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt
Musée historique in der Grossen Metzig an der Ill neben dem Alten Zoll