Strafstoß


Der Strafstoß (engl., schweiz., auch österr. Penalty [ˈpɛnl̩tɪ] ( anhören?/i), umgangssprachlich auch als Elfmeter, Hand-Elfmeter, Foul-Elfmeter oder Elfer bezeichnet) beim Fußball ist eine vom Schiedsrichter verhängte Spielstrafe, die anstatt eines direkten Freistoßes für die angreifende Mannschaft im Strafraum des Gegners verhängt wird. Vom im Spiel wegen eines Regelverstoßes verhängten Strafstoß ist das Elfmeterschießen im Rahmen des Verfahrens zur Ermittlung eines Siegers zu unterscheiden.

Auf Strafstoß ist zu entscheiden, wenn die verteidigende Mannschaft in ihrem Strafraum eine Regelübertretung begeht, die im restlichen Spielfeld mit einem direkten Freistoß zu ahnden wäre (meist ein Foul oder ein Handspiel). Dabei ist die reine Regelübertretung ausreichend, eine besondere Schwere im Sinne einer „Strafstoßwürdigkeit“ ist, anders als im Sportjournalismus gelegentlich zu hören, keine Voraussetzung. Nach den seit 1. Juni 2016 geltenden Regeln sind auch solche Vergehen mit einem Strafstoß zu ahnden, die der Spieler der verteidigenden Mannschaft hinter der Torlinie im Bereich des eigenen Strafraums begeht oder wenn dieser (auf dem Spielfeld oder abseits davon befindlich) einen Gegenstand auf einen im Strafraum befindlichen Gegner wirft. Zudem könnte ein Strafstoß auch durch einen ins Match eingreifenden Team-Offiziellen oder auf Dauer ausgeschlossenen Spieler der verteidigenden Mannschaft ausgelöst werden. Die Entscheidung auf Strafstoß ändert nichts daran, ob der Schiedsrichter zusätzlich eine persönliche Strafe (eine Verwarnung oder – insbesondere bei einer sogenannten Notbremse – einen Feldverweis) gegen den Spieler aussprechen muss, der das Vergehen begangen hat.

Ein Strafstoß führt häufig zu einem Tor und kann daher eine spielentscheidende Situation sein. Deshalb versuchen immer wieder Spieler der angreifenden Mannschaft eine Regelübertretung vorzutäuschen, indem sie sich beispielsweise im gegnerischen Strafraum fallen lassen („Schwalbe“). Ein solcher Versuch ist vom Schiedsrichter mit einem indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft zu ahnden, zusätzlich ist der Spieler, der die Regelübertretung vorgetäuscht hat, zu verwarnen.

Der Strafstoß wurde 1891 in Irland erfunden. Als Erfinder gilt der Leinenfabrikant und Sportsmann William McCrum, der als Torhüter von 1890 bis 1891 beim Milford Everton FC in der Irish Football League zwischen den Pfosten stand. Der Strafstoß war als Ausgleich gedacht, wenn der Gegner absichtlich ein Bein stellt oder tritt. Noch im gleichen Jahr schlug die irische FA vor, den Strafstoß allgemein einzuführen, was nach einigen Debatten auch geschah.


Birgit Prinz in der 73. Minute beim Strafstoß zum 4:0-Endstand im Bundesligaspiel FrankfurtPotsdam, 12. Mai 2008[1]
Lothar Matthäus verwandelt in der 47. Minute des WM-Viertelfinales 1994 gegen Bulgarien einen Strafstoß zur 1:0-Führung.
Torhüterin Bianca Henninger bewegte sich beim ersten und auch bei diesem zweiten Strafstoß-Versuch Esther Sundays im Elfmeterschießen des U-20-WM-Spiels USA – Nigeria, gemäß Beurteilung der Schiedsrichterin regelwidrig vor die Torlinie, so dass Sunday nach zwei vergebenen Chancen den dritten Strafstoß verwandeln konnte.
Geometrische Bestimmung des Strafstoßpunktes