Studentenwappen


Studentenwappen sind die Wappen von Studentenverbindungen. Sie entwickelten sich im frühen 19. Jahrhundert und weisen gegenüber den Wappen von Familien, Adelsgeschlechtern, Ländern und Gemeinden, die der klassischen Heraldik folgen, einige gestalterische Besonderheiten auf.

Studentenwappen werden von der Schulheraldik nicht als „eigentliche“ Wappen bezeichnet, da sie oftmals nicht den heraldischen Regeln folgen und unheraldische Elemente im Schild verwenden, also Identitätssymbole der jeweiligen Verbindung, die im Wappen zusammengeführt werden.

Der Schild ist bei Studentenwappen meist geviert, oft mit zusätzlichem Herzschild. Dadurch entstehen im Schild in der Regel vier oder fünf Felder, die mit einem gewissen Repertoire von Elementen ausgefüllt werden. Während die Vierung in der klassischen Heraldik eine Methode zur Wappenvereinigung darstellt, wurde diese Aufteilung für Studentenwappen vermutlich einfach deshalb gewählt, um genügend Platz für die verschiedenen Identitätssymbole zu haben.

Häufigstes Element ist das Couleurband, also ein Stück des meist dreifarbigen Bandes, das farbtragende Verbindungsstudenten um die Brust tragen, diagonal durch das Feld geführt. Ein weiteres häufiges Element ist der Zirkel, der entweder auf den Verbindungsfarben oder in einem eigenen Feld – zumeist dem Herzschild – seinen Platz findet.

Ebenfalls zum Füllen eines Feldes verwendet wird häufig – vor allem bei Corps – das Bundeszeichen, oft verkürzt dargestellt mit einem Lorbeerkranz, zwei gekreuzten Mensurschlägern und dem eingeschriebenen Gründungsdatum. Weiter üblich sind verschiedene Symbole für Freundschaft (Treuhände) und Ewigkeit (Ouroboros), die noch aus dem Freimaurerwesen der Studentenorden übernommen worden sind oder aus der Antike stammen.

Häufig sind auch einzelne heraldische Elemente, die auf die Universitätsstadt verweisen oder bei landsmannschaftlich ausgerichteten Verbindungen auf das Herkunftsland der Mitglieder, beispielsweise durch Übernahmen aus der Kommunal-, Provinzial- oder staatlichen Heraldik. So lässt die Aufnahme bestimmter Landeswappen häufig bereits auf den Verbindungsnamen schließen (Sachsenross für Saxonia oder Guestphalia, Fränkischer Rechen für Franconia etc.).[1]


Baltonia Dorpat (1872)
Teekanne (vor 1860)
Wappen der Fraternity Kappa Kappa Psi