Taler


Der Taler, dt. Schreibweise bis 1901 Thaler, ist ein Typus einer großen, von der Frühneuzeit bis ins 19. Jahrhundert bedeutenden europäischen Silbermünze. Silbermünzen, die vom zeitgenössischen Wert her einer goldenen Guldenmünze entsprachen, wurden erstmals 1486 in Hall in Tirol geprägt. Solche Münzen breiteten sich ab 1500 allmählich in ganz Europa und darüber hinaus aus. Die im böhmischen Joachimsthal (heute Jáchymov) geschlagenen Guldengroschen wurden zunächst „Joachimsthaler“ und später, entsprechend dem im Volksmund als „’s Tal“ bezeichneten Joachimstal, verkürzt „Thaler“ genannt, was zum Gattungsbegriff für Münzen dieser Größe wurde.[1][2] Der gesetzmäßige Silbergehalt der verschiedenen Taler nahm von den Reichsguldinern (1524) bis zu den Vereinstalern von etwa 27,4 g auf 16,7 g Feinsilber ab.[3]

In Deutschland blieb der Taler in Form des Vereinstalers (1857–1871) bis zur Einführung der Mark die wichtigste große Silbermünze. Am 19. Mai 1908 wurde parallel zur Außerkurssetzung des Vereinstalers die Ausgabe von wertgleichen 3-Mark-Stücken beschlossen.[4] Sie wurden im Volksmund weiterhin als „Taler“ bezeichnet. Auch außerhalb Deutschlands waren Silbermünzen in Talergröße beliebt; so leitet sich auch die Bezeichnung Dollar von der niederdeutsch/niederländischen Aussprache von Taler ab.

Das slowenische Wort für Taler ist Tolar. Die Währung des unabhängigen Sloweniens von 1991 bis 2007 war der slowenische Tolar.

Der Tiroler Guldiner von 1486 wurde auch Großer Groschen oder Großer Pfennig genannt und war der erste seiner Art. Er entstand, als man im mit neu entdeckten Silbervorkommen gesegneten Tirol auf die Idee kam, eine Silbermünze im Wert eines Guldens zu prägen. Aus Gold geprägte Gulden (siehe auch Florentiner) hatten sich seit dem Spätmittelalter von Norditalien aus als beliebte Geldsorte für hohe Zahlungen verbreitet. Bei einem Wertverhältnis zwischen Gold und Silber von 11,58:1 musste der Guldiner ein Feingewicht von 29,9 g Silber haben. Bei einer Silberlegierung von 15 Lot = 937,5 ‰ entspricht das einer theoretischen Münzmasse (Raugewicht) von fast 32 Gramm. Tatsächlich ergaben Messungen, dass das Raugewicht zwischen 27,17 g und 32,02 g schwankte.[5] So große Silbermünzen waren für die Zeit neu und konnten erst geprägt werden, nachdem einige technische Probleme gelöst worden waren. Die großen Unterschiede im Raugewicht scheinen darauf hinzudeuten, dass es sich hier weniger um eine Umlaufmünze als vielmehr um Repräsentationsprägungen handelte. Dies gilt auch für die vielen frühen Nachahmungen.


Weltlicher Silbertaler Erzherzog Leopold V. von Österreich-Tirol, geprägt 1632 in Hall (Tirol)
Rückseite der Münze; Feingewicht: 25,667 g bei 890,625 ‰ Silbergehalt
Guldiner des Erzherzogs Siegmund von Tirol
Klappmützentaler ca. 1518
Joachimsthaler
Laubtaler mit Berner Gegenstempel
Königreich Sachsen, König Anton, Speciestaler (im Konventionsfuß) 1831, Mmz. S, Münzstätte Dresden
Maria-Theresien-Taler (Levantetaler), 1780
Nassauer Kronentaler (1817)
Silberthaler Friedrich II (1777)
Gluckhennentaler der Stadt Basel, um 1645 geprägt, mit Signum F. – F. des Stempelschneiders und Medailleurs Friedrich Fecher; Kupferstich aus Köhlers Historischer Münzbelustigung
Schaffhauser Bockstaler
Nikola III. Zrinski-Taler geprägt in Gvozdansko (Kroatien), Anfang des 16. Jh.
Rückseite
Talername nach dem Münzbild: Schmetterlingstaler August des Starken aus der Zeit der Gräfin Cosel
Berner Taler von 1798