Tel Aviv-Jaffa


Tel Aviv, offiziell Tel Aviv-Jaffa (hebräisch תֵּל־אָבִיב–יָפוֹ Tel Avīv-Jafō), ist das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum Israels und gilt je nach Beurteilung des völkerrechtlichen Status von Jerusalem als größte oder zweitgrößte Stadt des Landes. Die Metropolregion Gusch Dan mit dem Bezirk Tel Aviv und insgesamt etwa 254 Gemeinden zählt mehr als 3 Millionen Einwohner, was rund einem Drittel der israelischen Gesamtbevölkerung entspricht.[2]

Das 1909 gegründete Tel Aviv war ursprünglich ein Vorort der seit der Antike bestehenden Hafenstadt Jaffa, mit der es 1950 vereinigt wurde. In den ersten Jahren nach der Staatsgründung Israels war die Stadt Regierungssitz.[3][4][5] Tel Aviv-Jaffa ist nach wie vor Sitz des Verteidigungsministeriums und der Nachrichtendienste Mossad und Schin Bet. In ihr befinden sich auch heute noch fast alle ausländischen Botschaften. Sie ist zudem Sitz der nationalen Börse (Tel Aviv Stock Exchange) und der Universität Tel Aviv.

Tel Aviv-Jaffa gilt als eine der größten Wirtschaftsmetropolen im Nahen Osten.[6] Die zu einem großen Teil im Bauhaus errichtete Weiße Stadt, das weltweit größte Zentrum von Gebäuden im Internationalen Stil, ist seit dem Jahr 2003 UNESCO-Weltkulturerbe.[7]

Tel-Aviv bedeutet Frühlingshügel. Ein historischer Name von Jaffa ist Joppe,[8] dieser ist abgeleitet von Iopeia.[9]

Der Name „Tel Aviv“ ist einer poetischen Übersetzung des Titels des utopischen Romans Altneuland von Theodor Herzl entliehen. Darin steht „Tel“ (vielschichtiger Siedlungshügel) für „alt“ und „Aviv“ (Frühling[10]) für „neu“.[11] Der Name kommt bereits beim biblischen Propheten Ezechiel vor, wo er einen anderen Ort bezeichnet. Dazu und zur Wahl des Namens siehe weiter unten.

Der Name „Tel Aviv“ findet in politikwissenschaftlicher Literatur[12] und Berichten internationaler Organisationen häufig als Platzhalter für Jerusalem Verwendung. Damit soll der Ansicht Ausdruck gegeben werden, dass Jerusalem nicht die Hauptstadt Israels sei, oder es soll vermieden werden, dass die Kontroverse um die Hauptstadtfrage vom eigentlichen Anliegen einer Veröffentlichung ablenkt.


Masterplan für Tel Aviv: die erste Fassung, Patrick Geddes (1925): Er sah die Allenby Street/Ben Yehuda Street als durchgängige Nord-Süd-Verbindung vor. Im Süden ist Neve Scha'anan mit der von David Tischler[25] entworfenen und später verwirklichten Anlage in Form einer Menora erkennbar. Südlich liegt Jaffa. Der Stadtteil Manschiyya „trennt“ Neve Tsedek vom Meer.
Félix Bonfils: Jaffa, vue générale prise de la mer (um 1867–1870)
Cornelis de Bruyn: Ioppe, Radierung im Buch Voyage au Levant, Paris 1714
Bonaparte visitant les pestiférés de Jaffa, 11 mars 1799 (Bonaparte besucht die Pestkranken von Jaffa, 11. März 1799) in der Darstellung von Antoine-Jean Gros von 1804, Öl auf Leinwand, 523 cm × 715 cm, Louvre, Paris[109]
Markt in Jaffa, 1887, Darstellung des deutschen Orientmalers Gustav Bauernfeind, Privatsammlung[144]
Männer im Hafen von Jaffa um 1900: Reisende warteten auf Stegen darauf, zu ihren auf See vor Anker liegenden Schiffen gebracht zu werden.
Junger Zeitungsverkäufer der Filastin (فلسطين) in Jaffa 1921, Aufnahme von Frank Scholten
Vier Orangenpacker im Hafen von Jaffa als Stereobildpaar um 1930
Das Grüne Haus (1934), arabischer Eklektizismus im Zentrum von Jaffa
Karte von Jaffa und Tel Aviv um 1930 des Survey of Palestine
25. Oktober 1933:[157] Arabische Demonstranten und britische Polizisten, darunter berittene[216][157] Polizei, auf dem Martyr-Ground Square[217] in Jaffa. Die Bilderserie zeigt im weiteren Verlauf eine erste Eskalation der Lage.[218][157] Anonymer Autor[157] des Matson Photo Service.
Das Kino Alhambra, Aufnahme des Matson Photo Service, 1937
Straßenszene im nunmehr mehrheitlich jüdischen Jaffa (Aufnahme von 1948/1951)
Ostern in Jaffa (2011)
Manschiyya in Jaffa, mit 13.000[163][234] Einwohnern in den Jahren 1944 bis 1947, liegt nach dem Palästinakrieg in Trümmern. Aufnahme von Rudi Weissenstein von Ende 1948.
Symbolischer Schlüssel am Zugang zum Flüchtlingslager Aida (Bethlehem)
1909: Die Teilhaber der Terraingesellschaft Achusat Bajit losen Bauparzellen in den Dünen zu, Aufnahme von Avraham Soskin[25]
Das Hebräische Herzlia-Gymnasium im Tel Aviv der 1930er Jahre
Auffaltbare Grußkarte zu Rosch ha-Schana mit idealisierender Abbildung von Tel Aviv, der „Ersten jüdischen Stadt“. Der obere Schriftzug ist jiddisch und bedeutet Panorama von Tel Aviv, gedruckt in Deutschland, 1912.[287]
Der erste Kiosk der Stadt um 1910, Aufnahme von Avraham Soskin
Ein Zug auf dem Weg nach Jaffa, Aufnahme von Zoltan Kluger
Tel Aviv und Jaffa im Survey of Palestine von 1929. Sichtbar sind die Parzellierungen mit Zuordnung der Bepflanzungsart: Orangen, Bananen, Oliven, Obst, Wein und Nadelhölzer.
Einwanderer nach ihrer Ankunft im Hafen von Jaffa zwischen 1921 und 1923, Aufnahme von Frank Scholten
Zu Tisch im Café Lorenz bei Fritz Gerstmann, „singender Kellner“, 1935
Links Bauhausstil der 1930er und rechts Levantinischer Eklektizismus der 1920er Jahre in Neve Tsedek
Postkarte aus Haifa nach Tel Aviv vom 27. März/Mai 1947: „Mein lieber Wolfi, Du hast wirklich eine schöne Erholungsstätte für uns ausgesucht und wir danken Dir nochmals dafür. Die Luft ist herrlich, das Wohnen sehr bequem und das Essen in Qualität und Quantität erstklassig. Hoffentlich können wir uns einmal bei Dir in gleicher Weise revanchieren. Innigst grüßen u. küssen Dich Papa & Mama.“
Der Dizengoff-Platz im Herzen der Weißen Stadt in den 1940er Jahren
Tel Avivs nördliches Umland (1944)
1948: Die brennende Altalena vor Tel Aviv, Aufnahme von Hans Pinn
Rationierung in Tel Aviv im Februar 1954, Aufnahme von Hans Pinn
Strandspaziergang an einem Schabbattag des Jahres 1948, Aufnahme von Willem van de Poll
1964: Der Schalom-Meir-Turm befindet sich im Bau, Aufnahme von Rudi Weissenstein, dem Fotografen der israelischen Unabhängigkeitserklärung
Die Hassan-Bek-Moschee mit Hochhäusern für Hotels und Büros der 1990er und 2000er Jahre (2014)
2011: Der Tent Protest auf dem Rothschild gegen unbezahlbare Wohnungen. Die Aktion verwies auch auf die zunehmend sichtbare Obdachlosigkeit[271] in Tel Aviv.
Regenbogenfahnen anlässlich der Tel Aviv Pride am Strand Hilton Beach
Theodor Herzl, postmodern (2013)
Die ausgebombte Diskothek Dolphinarium (2012)
Der symbolische Schlüssel für Tel Aviv, der 1992 zum Anlass der Gründung der Städtepartnerschaft mit Sofia übergeben wurde
Druckerei der Tageszeitung Haaretz
Das Herta-und-Paul-Amir-Gebäude im Tel Aviv Museum of Art
Ein Straßencafé im Bauhaus-Stil in Florentin, einem bei szenebewussten Personen angesagten Stadtteil (2008)
Tel Aviv Nacht
Blick von Jaffa auf Tel Avivs Skyline bei Nacht
Alt Jaffa mit dem Fischerhafen
Im Vordergrund der Azrieli Sarona Tower (2016) im Stadtteil Sarona
Der Ayalon Highway, dazwischen der Ajalon, ein Zufluss des Yarkon
HaTachhanah (dt. der Bahnhof): Historisches Empfangsgebäude der Eisenbahn Jaffa–Jerusalem
Campus der Universität Tel Aviv im Norden der Stadt