Teppich


Ein Teppich (über das Romanische wie volkslateinisch tapetum/tapeta und altgr. τάπης tápēs verwandt mit persisch täftan, ‚spinnen‘[1]) ist ein textiles Flächengebilde von begrenzter Abmessung, das geknüpft, gewebt, gewirkt oder getuftet sein kann und meist gemustert ist. Während in Europa heute unter Teppichen fast ausschließlich textile Bodenbeläge verstanden werden, bezeichnet der Begriff im Nahen Osten (Orient) bis heute alle Arten von flachen Textilien, die zum Bedecken von Wänden (die späteren Tapeten), Tischen und Fußböden dienen. Aber auch in Teilen Baden-Württembergs und im Süden von Rheinland-Pfalz werden auch Decken, z. B. Woll- oder Bettdecken, als Teppich bezeichnet.[2] Nach dem Format unterscheidet man Vorleger, Brücken und Läufer, im 20. Jahrhundert entstand zusätzlich der Teppichboden und die Teppichfliese.[3]

Die Kunst- und Kulturwissenschaften unterscheiden Orientteppiche von Teppichen europäischer Produktion.

Die Herstellung von Flachgeweben, und damit auch Teppichen, ist in den Anfängen der menschlichen Kultur zu suchen. Geflochtene Gegenstände, meist aus Weiden, können bereits in der frühgeschichtlichen Zeit des Menschen nachgewiesen werden. Flechtvorgänge dienten zur Verbindung von beweglichem Material. Flechten wird demnach als Vorstufe des Webens angesehen und war immer Teil des nomadischen und bäuerlichen Alltags; die dabei produzierten Flachgewebe dienten ausschließlich dem Eigenbedarf. So war beispielsweise die ursprüngliche Verwendung eines Hatschlu die einer Eingangstüre zur Jurte. Auch geknüpfte Teppiche finden sich in nomadischer Kultur, beispielsweise die Meschgin.

Der älteste bekannte Nachweis eines geknüpften Teppichs ist der Pasyryk-Teppich aus einem im Permafrostboden konservierten Grab im Pasyryktal im Altai-Gebirge (Südsibirien), an der Grenze zur Äußeren Mongolei. Man geht davon aus, dass er um 500 v. Chr. wahrscheinlich in Westasien entstanden ist.[4] An ihm erkennt man bereits alle Merkmale des Orientteppichs.

Um 330 v. Chr. brachte Alexander der Große erstmals Orientteppiche von seinen Asienfeldzügen mit ins Abendland. Da Teppiche aus vergänglichem Material gemacht sind, gibt es nicht viele historische Artefakte, an denen sich die Entwicklung der Muster rekonstruieren ließe.


Der Pasyryk-Teppich, Eremitage, St. Petersburg
Kelim mit modernen Motiven aus Afghanistan
Teppichknüpferinnen in China, Bezirk Hotan
Animation des Knüpfens
Wandteppich als staatliches Ehrengeschenk der DDR: 20 Jahre Kampfgruppe der Arbeiterklasse
Teppichherstellung im VEB Teppichwerk Nord in Malchow (1989)
In einer chinesischen Teppichfabrik
Der Teppichhändler (Giulio Rosati)