Theophanu (HRR)


Theophanu (lateinisch und mittelgriechisch Θεοφανώ Theophano oder Θεοφάνια Theophania; * ca. 960, nach manchen Angaben 955,[1] im Oströmischen Reich; † 15. Juni 991 in Nimwegen) war die Nichte des byzantinischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes und wurde als Frau Kaiser Ottos II. Mitkaiserin des römisch-deutschen Reiches für elf Jahre und Kaiserin für sieben Jahre. Sie war eine der einflussreichsten Herrscherinnen des Mittelalters.

Der Name stammt aus dem byzantinischen Griechisch: Theophaneia (Θεοφάνεια) bedeutet „Gotteserscheinung“ (Theophanie).

Über die Herkunft und das Leben von Theophanu vor der Heirat mit Otto II. gibt es keine Quellen.[2] Weder Geburtsort noch -tag der Theophanu sind demnach schriftlich überliefert; insbesondere enthält die Heiratsurkunde entgegen den Gepflogenheiten der Zeit keine Angaben zu den Eltern der Braut, die lediglich als Nichte des oströmischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes (* 925; † 976; reg. 969–976) bezeichnet wird. Sie war vermutlich die Tochter des patrikios (Feldherrn) Konstantin Skleros (* um 920; † nach 989), der ein Schwager des Kaisers Johannes Tzimiskes war, da seine Schwester Maria dessen erste Gattin war. Theophanus Mutter, Sophia Phokaina, war die Tochter des Generals und Kuropalates Leon Phokas, des Bruders von Kaiser Nikephoros II. Der Kaiser Johannes Tzimiskes selbst stammte aus dem armenischen Fürstenhaus der Kurkuas (armenisch Gurgen).[3]

Otto der Große hatte bereits zwei Gesandtschaften vergeblich mit dem Ziel nach Konstantinopel entsandt, um eine byzantinische Prinzessin als Gemahlin für seinen Sohn zu gewinnen. Erst nachdem es in Byzanz zu einer Palastrevolte kam, durch die Johannes I. Tzimiskes zum Kaiser wurde, kam es zu erneuten Verhandlungen. Die dritte Gesandtschaft unter Führung des Kölner Erzbischofs Gero hatte zwar Erfolg, brachte aber statt der von den Ottonen gewünschten Anna (* 963, Tochter des verstorbenen Kaisers Romanos II.) Theophanu nach Italien, die Großnichte des abgesetzten Kaisers Nikephoros und Schwagerstochter des amtierenden Kaisers Johannes Tzimiskes. Es gab Stimmen, die wegen der nicht purpurnen Abstammung der Braut deren Heimsendung empfahlen – ein Rat, dem Otto mit Rücksicht auf die Beziehungen zu Byzanz wohl kaum folgen konnte.[4]

So wurde Theophanu am 14. April 972 in Rom mit Otto II. vermählt und gekrönt.[5] Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor: Sophia, die spätere Äbtissin von Gandersheim und Essen, Adelheid, die künftige Äbtissin von Quedlinburg, Mathilde, die spätere Ehefrau von Pfalzgraf Ezzo, der künftige Kaiser Otto III. sowie ein weiteres, offenbar früh verstorbenes Kind.


Otto II. und seine Gemahlin Theophanu, von Christus gekrönt und gesegnet; Relieftafel aus Elfenbein, etwa 982/983, Mailand (?), heute Musée de Cluny, Paris
Heiratsurkunde von Theophanu und Otto
Statue der Theophanu vor der Marktkirche in Eschwege
Figur der Theophanu am Rathausturm, Köln
Sarkophag von Kaiserin Theophanu, St. Pantaleon, Köln