Toni Servillo


Marco Antonio „Toni“ Servillo (* 25. Januar[1] 1959 in Afragola) ist ein italienischer Schauspieler und Theaterregisseur. Der Autodidakt begann seine Karriere ab den 1970er-Jahren im neapolitanischen Theater und wurde einem breiten Publikum ab den 1990er-Jahren als Filmschauspieler bekannt. Eine jahrzehntelange Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Filmregisseur Paolo Sorrentino. Für seine minimalistischen Darstellungen, die Vergleiche zu Buster Keaton hervorriefen, wurde Servillo in seinem Heimatland und auch in Europa mehrfach preisgekrönt.

Toni Servillo wurde 1959 in der Provinz Neapel als Sohn eines Fabrikarbeiters und einer Hausfrau[2] geboren. In den 1960er-Jahren zog er mit seiner Familie nach Caserta.[3] Schon von Kindheit an von der Schauspielerei fasziniert[4] besuchte Servillo eine Internatsschule, machte aber sein Abitur an einer staatlichen Schule.[4] Der Autodidakt, der nie eine Schauspielschule besuchte,[3] stand in den 1970er-Jahren erstmals in Bertolt Brechts Die Gesichte der Simone Machard auf der Theaterbühne und gründete 1977 in Caserta das Avantgarde-Theater Teatro Studio.[5] An diesem wirkte er als Regisseur und Schauspieler an Stücken wie Propaganda (1979), Norma (1982) oder Geliebter Spinner (1983) mit, in denen er in Italien und im europäischen Ausland auf Tournee ging. Für den selbst verfassten Einakter Guernica, bei dem er die Regie übernahm und die Hauptrolle spielte, gewann Servillo den Premio Gennaro Vitiello.[5]

Ab dem Jahr 1986 schloss sich Servillo der bekannteren freien neapolitanischen Theatergruppe Falso Movimento von Mario Martone an. Unter Martone spielte er in dem Stück Ritorno ad Alphaville und zeigte sich selbst für das Werk E... nach Texten von Eduardo De Filippo verantwortlich. Das Œuvre des italienischen Schauspielers und Autors inspirierte Servillo in den folgenden Jahren zu weiteren Theaterinszenierungen. Zu diesen zählen Ha da passà a nuttata (1989) und die mit dem Premio Gassman ausgezeichnete Produktion Sabato, domenica e lunedì (2002),[5] die er mit dem 1987 mitbegründeten Teatri Uniti in Szene setzte. Neben traditionellen Stoffen des neapolitanischen Theaters wagte sich Servillo auch an so bekannte ausländische Autoren wie Molière (Der Menschenfeind, 1995; Tartuffe, 2000) oder Marivaux (Les Fausses confidences, 1998) heran.[6] Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Die Hochzeit des Figaro (2000), Richard Strauss' Ariadne auf Naxos (2003) oder Ludwig van Beethovens Fidelio (2005) inszenierte er auch klassische Opern auf italienischen und portugiesischen Bühnen.


Toni Servillo (2014)
Servillo im Jahr 2008