Totes Weib


Das Tote Weib, auch Wasserfall zum Toten Weib genannt, ist ein als Naturdenkmal ausgewiesener Wasserfall bei Mürzsteg in der Steiermark in Österreich.

Woher der Name Totes Weib kommt, ist nicht genau bekannt. Verschiedene Sagen handeln davon, dass eine Frau von der Felswand stürzte und tot auf dem Grund der dort verlaufenden Schlucht liegen blieb. Wahrscheinlicher ist, dass der Name, wie beim Toten Gebirge, auf das keltische Teutates zurückgeht, welcher der Oberbegriff für die jeweilige Stammesgottheit war. Den Kelten waren jegliche Art von Quelle heilig, als Zugang zur Anderswelt.[1][2]

Der Wasserfall liegt südlich von Frein an der Mürz im Naturpark Mürzer Oberland am linken Ufer des Flusses Mürz, der dort die Synklinale bis fast zu seiner Talsohle durchschneidet. Das Wasser entspringt einer aktiven Wasserhöhle im Schneealpenstock, deren südliches Eingangsportal eine Karstquelle im Felsen bildet. Direkt darauf stürzt das Wasser den etwa 40 m hohen Wasserfall und anschließende Kaskaden herab und mündet in die unterhalb vorbeifließende Mürz. Die Quelle schüttet zwischen 30 und 300 l/s.[3] Früher konnte man über eine heute nicht mehr existierende Holztreppe bis zum Karstloch hochsteigen.

Die ursprüngliche Straße führte am linken Ufer der Mürz entlang und überwand den Abfluss des Wasserfalls mit einer kleinen Brücke, deren Brückenköpfe man heute noch erkennen kann. Als Kaiserin Elisabeth mit ihrem Pferd durch eine morsche Brückenplanke brach, wurde mit dem Bau der Straßenverbindung am rechten Ufer begonnen, die 1884 eröffnet wurde und später zur Lahnsattel Straße wurde. Nach dem Wasserfall wurde auch der 1996 erbaute Straßentunnel „Totes Weib“ benannt, der die enge und feuchte Stelle beim Wasserfall überhaupt umgeht. Die alte Straße ist aber weiterhin als Geh- und Radweg nutzbar und am Südportal des Tunnels befindet sich ein Parkplatz, von dem man leicht zur dem Wasserfall gegenüberliegenden Stelle gelangen kann.

Das der Karstquelle am Toten Weib entspringende Wasser stammt von südöstlich auf der Hinteralm versinkenden Bächen. Sie mäandrieren wild durch die auf der Hochfläche liegenden Naßköhrmoore. Diese sind mit 4,5 km² der größte Moorkomplex der östlichen Kalkalpen. Aufgrund der glazial geformten, etwa 50 m tiefer liegenden Mulde des Naßköhrs, kann das Wasser nicht oberirdisch abfließen, sondern rinnt an etlichen Stellen unterirdisch ab.


Josef Brunner: Der Wasserfall beim Toten Weib zwischen Mürzsteg und Frein (1871)