Tropen


Die Tropen (von altgriechisch τρόποι Ἥλιου trópoi Hēliou, deutsch ‚Sonnenwendegebiete‘) sind einer gängigen Definition zufolge die Regionen zwischen den Wendekreisen, also zwischen jeweils 23,5° nördlicher und südlicher Breite um den Äquator. Es gibt auch andere Definitionen, die sich beispielsweise nach dem Luftdruck oder Jahresmitteltemperaturen richten.

In den äquatornahen inneren Tropen herrscht zumeist ein immerfeuchtes tropisches Klima. Die durchschnittlichen Jahresniederschläge liegen bei 2000 mm, wobei die höchsten Regenmengen mit den Zeiten der höchsten Sonnenstände zusammenfallen (Zenitalregen). Es gibt keine ausgeprägten Trockenzeiten. In den äußeren Tropen tritt hingegen bei insgesamt geringeren Niederschlägen eine winterliche Trockenzeit auf, die in den Randtropen an der Grenze zur subtropischen Klimazone am stärksten ausgeprägt ist. Bei ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten gibt es zwischen diesen die Übergangszeiten.

Gemäß einer früheren, immer noch gängigen, Einteilung der Erde in physische Klimazonen sind die Tropen die heißeste Klimazone der Erde mit Durchschnittstemperaturen von 25 bis 27 °C. Je nachdem, wie humid das jeweilige Tropengebiet ist, lässt es sich in fünf Vegetationszonen einteilen, die vom Tropischen Regenwald bis zur Wüste reichen.

Als polwärtige Grenze der Tropen zu den Subtropen verwendete Köppen die 18 °C-Isotherme, Supan und Philippson die 20 °C-Isotherme des kältesten Monats.[2] Diese Abgrenzungen beziehen sich aber nur auf die in geringer Höhe bis maximal 1500 m über dem Meeresspiegel gelegenen planar-kollinen Warmtropen. Die anderen typischen Klimaeigenschaften der Tropen gelten aber auch für die höher gelegenen Gebiete. Aufgrund der höhenwärtigen Temperaturabnahme spricht man ab der montanen Höhenstufe in tropischen Gebirgen, wenn die 18- oder 20 °C-Isotherme unterschritten wird, von Kalttropen.

Innerhalb der Tropen gibt es verschiedene Vegetationszonen. Diese hängen ab von der Zeit, in der den Pflanzen ausreichend Wasser zum Wachstum zur Verfügung steht. Man unterscheidet nach Anzahl der ariden und humiden Monate:

Innerhalb der Tropen werden die äquatornahen immerfeuchten von den zu den Wendekreisen hin wechselfeuchten bzw. trockenen Tropen unterschieden, die sich in unterschiedlichen Ökozonen von den tropischen Wäldern über die verschiedenen Savannentypen bis zu den tropischen Halbwüsten und Wüsten zeigen.


Tropische Klimazone der Erde, nach Köppen
Mittag in den Tropen, die Sonne steht fast im Zenit.
Amazonas-Delta mit Cumulus-humilis-Wolken über den feuchteren Gebieten des Amazonas-Regenwalds, die dort wegen der Verdunstung auch während der Trockenzeit entstehen (August 2017).
Henri Rousseau: Der Äquator-Dschungel, 1909
Frederic Edwin Church: Morning in the Tropics, 1877