Umlaufvermögen


Umlaufvermögen (englisch current assets) sind in Unternehmen alle Vermögensgegenstände, die im Rahmen des Geschäftsprozesses zur kurzfristigen Veräußerung, zum Verbrauch, zur Verarbeitung, zur Weiterverarbeitung oder zur Rückzahlung bestimmt sind. Sie befinden sich nur kurze Zeit im Unternehmen und dienen nicht, wie das Anlagevermögen, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb.

Das Umlaufvermögen wird im Handelsgesetzbuch nicht definiert, sondern stellt rechtlich eine Restgröße von allem dar, was nicht Anlagevermögen ist.[1] Alle Vermögensgegenstände, die kurzfristig veräußert, verbraucht, verarbeitet oder von Schuldnern zurückgezahlt werden sollen, zählen daher zum Umlaufvermögen. Sie sind meist die Grundlage (Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen) oder das Ergebnis (Fertigerzeugnisse, Kassenbestand, Bankguthaben, Forderungen) des betrieblichen Produktionsprozesses. Vermögensgegenstände, welche die Betriebsprozesse der Beschaffung, der Produktion und des Absatzes durchlaufen sollen, werden ihm zugeordnet. Aus beschafften Werkstoffen werden durch die Produktion fertige Erzeugnisse, die verkauften Erzeugnisse werden zu Forderungen gegenüber dem Kunden und nach Zahlung zu Geld in der Kasse oder auf dem Bankkonto. Von den im Umlaufvermögen zu aktivierenden Vermögensposten wird erwartet, dass sie innerhalb einer Umsatzperiode zu Geld oder Geldsurrogaten werden oder durch Verkauf oder Verbrauch untergehen.

In der Bilanz ist das Umlaufvermögen nach § 266 Abs. 2 lit. B HGB auf der Aktiv-Seite ausgewiesen und aus Gründen der Bilanzklarheit zu gliedern. Im Vorfeld der Bilanzerstellung ist eine Bestandsaufnahme der Bestände notwendig.

Gesondert ausgewiesen werden bei allen vier Punkten Forderungen und Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr

Wertpapiere und Ausleihungen sind im Gliederungsschema des § 266 HGB zweimal enthalten, nämlich bei den Finanzanlagen (A III Nr. 2, 4 und 5) und im Umlaufvermögen (B II Nr. 2, 3 und III Nr. 1, 2 und 3). Deshalb kann es zwischen Wertpapieren und Ausleihungen des Umlaufvermögens Zuordnungsprobleme zu denselben Bilanzpositionen des Anlagevermögens geben. Die konkrete betriebliche Verwendungsart bestimmt die Zuordnung zum Anlage- oder Umlaufvermögen. Entscheidend für die richtige Zuordnung ist, dass im Finanzanlagevermögen die Bindungsdauer des Anlagevermögens gilt, wonach die Vermögensgegenstände dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen haben (§ 247 Abs. 2 HGB). Das bedeutet für Wertpapiere, dass sie im Umlaufvermögen nur für Handelszwecke gehalten werden dürfen und am Bilanzstichtag kurzfristig zum Verkauf bestimmt sind. Bei Kreditinstituten sind sie im Handelsbuch zu führen. Schecks oder Wechsel oder ähnliche Wertpapiere mit Zahlungsmittelfunktion – die auch zu den Wertpapieren gehören – sind regelmäßig dem Umlaufvermögen zuzuordnen.[2]