Universität


Universitäten (vom lateinischen universitas magistrorum et scolarium,[3] „Gemeinschaft der Lehrer und Schüler“, später im Sinne Humboldts für universitas litterarum, „Gesamtheit der Wissenschaften“) sind Hochschulen mit Promotionsrecht, die der Pflege und Entwicklung der Wissenschaften durch Forschung, Lehre und Studium dienen,[4] aber ihren Studenten auch praxisorientiert Berufsqualifikationen[5] vermitteln sollen.

Als älteste Universität der Welt im modernen Sinne wird gemeinhin die Universität Bologna (1088) in Italien genannt; ein Prototyp war die Schule von Salerno. Die University of Oxford (belegt seit 1096) ist die älteste englische Universität. Als erste Hochschule Frankreichs gilt seit 1150 die Universität von Paris. Erst im Jahr 1348 wurde die Universität Prag in Böhmen gegründet, die als die älteste Universität deutscher Sprache gilt. Die Universität Wien begann 1365 als die älteste Österreichs; wohingegen die Universität Heidelberg (1386) die älteste Deutschlands und die Universität Basel (1460) die älteste der Schweiz ist. Die Universität Harvard (1636) ist die älteste in den Vereinigten Staaten.

Die Bezeichnung Universität (von lateinisch universitas ‚Gesamtheit‘) charakterisiert begrifflich im Wissenschaftsbereich ganz allgemein eine umfassende Bildungseinrichtung.[6] An den damals neu gegründeten Institutionen von Bologna (gegründet 1088), Paris (gegründet um 1150) oder Oxford (gegründet im 12. Jahrhundert) studierte man im heutigen Sinne eines Studium generale. Es handelte sich um eine noch überschaubare Anzahl wissenschaftlicher Disziplinen (septem artes liberalesSieben Freie Künste‘, ergänzt durch Theologie, Jurisprudenz und Medizin). Die Gesamtheit dieser Wissenschaften fasste man später unter der Bezeichnung universitas litterarum (‚Gesamtheit der Wissenschaften‘). Vor allem durch Wilhelm von Humboldt, der die Einheit von Lehre und Forschung zum Grundprinzip universitärer Arbeit erhob, wurde dieser Begriff für die moderne Universität prägend. Daneben trat das ursprüngliche Verständnis von universitas, das aus den korporativen Organisationsformen mittelalterlicher Lehr- und Lerngemeinschaften (universitas magistrorum et scholarium ‚Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden‘) im Bereich bedeutender kirchlicher Bildungszentren erwachsen war, etwas in den Hintergrund. Es lebt aber im Begriff der Autonomie der Hochschulen weiter.


Die University of Oxford ist die älteste Hochschule des englischsprachigen Raums und zählt zu den international renommierten[1]
Die Universität Heidelberg ist Deutschlands älteste Hochschule und wird zu den besten Europas gerechnet[2]
Promotionsurkunde der Universität Prag von 1905
Universität Wien, gegründet 1365
Bildungsgänge im deutschen Bildungssystem
Treppenhaus im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München
Die Princeton University in den Vereinigten Staaten ist seit ihrer Gründung (1746) privatrechtlich organisiert
Die Sorbonne-Universität in Paris war bis zu ihrer Neugliederung in den 1960er Jahren die älteste Universität Frankreichs
Die Universität Basel ist die älteste Universität der Schweiz und zählt aufgrund des Erbes des hier wirkenden Erasmus von Rotterdam als eine der Geburtsstätten des europäischen Humanismus