Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg


Die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (ehem. lateinisch Ruperto Carola) ist eine Universität des Landes Baden-Württemberg in Heidelberg. Sie ist eine der ältesten europäischen Universitäten und die älteste Universität Deutschlands.

Die Volluniversität wurde im Jahr 1386 auf Weisung von Papst Urban VI. vom pfälzischen Kurfürsten Ruprecht I. gegründet und 1803 durch den badischen Markgrafen Karl Friedrich neu organisiert – auf diese beiden Herrscher verweist der Name der Hochschule. Die Universität ist somit nach der Karls-Universität in Prag und der Universität Wien die drittälteste Universität im damaligen Heiligen Römischen Reich nördlich der Alpen und die zweitälteste bestehende Universität im deutschen Sprachraum. Sie erhielt 1385 das Gründungsprivileg von Papst Urban VI. und nahm 1386 den Lehrbetrieb auf. Die Universität Erfurt erhielt zwar bereits 1379 das Gründungsprivileg von Papst Clemens VII., nahm aber erst 1392 den Lehrbetrieb auf.[8] Darüber hinaus war die Universität Erfurt später für fast zwei Jahrhunderte geschlossen.

Im Wintersemester 2021/22 waren 29.187 Studierende eingeschrieben und es lehrten 531 Professorinnen und Professoren.[9] Die Universitätsgebäude sind größtenteils über die Heidelberger Altstadt, den Stadtteil Bergheim sowie das Neuenheimer Feld verteilt. Eine Besonderheit ist das Vorhandensein zweier Medizin-Fakultäten, wovon eine am Universitätsklinikum Heidelberg und die andere am Universitätsklinikum Mannheim beheimatet ist.

Die Universität zählt als erfolgreiche Teilnehmerin der Exzellenzinitiative (2007–2012 und 2012–2017) sowie der sich hieran anschließenden Exzellenzstrategie (seit 2019) des Bundes und der Länder zu den elf sogenannten Exzellenzuniversitäten in Deutschland und ist Gründungsmitglied der Liga Europäischer Forschungsuniversitäten sowie der Coimbra-Gruppe. Rund 18 % der Studierenden stammen aus dem Ausland.[10] Im internationalen Vergleich belegt sie Spitzenplätze und genießt eine hohe akademische Reputation.[11] Der Universitätsstandort Heidelberg ist mit 57 Nobelpreisträgern, die Universität selbst mit 33 Nobelpreisträgern assoziiert.[12]

Die Ruperto Carola wurde mit päpstlicher Genehmigung von Urban VI. 1386 von Kurfürst Ruprecht I. gegründet, um seinem stark zergliederten Territorium, der Kurpfalz, einen geistigen Mittelpunkt zu geben, Fremde anzuziehen und vor dem Hintergrund des Abendländischen Schismas Kirchen- und Staatsdiener im eigenen Lande auszubilden: Absolventen der zum Papst in Avignon haltenden Pariser Sorbonne konnten in der Pfalz, die zum in Rom residierenden Papst hielt, nicht mehr in kirchliche Dienste eintreten, weshalb Bedarf für eine einheimische Theologenausbildung entstanden war.


Die Bibliothek ist das Wahrzeichen der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und zugleich die älteste Universitätsbibliothek Deutschlands
Die Alte Universität, Entwurf von Baumeister Johann Adam Breunig, ist heute Sitz des Rektorats
Campus Altstadt, Alte Universität Heidelberg, Universitätsplatz Heidelberg
Urban VI. unterschrieb die päpstliche Bulle am 23. Oktober 1385 in Genua
Kurfürst Ruprecht I. auf einem Gemälde, dargestellt mit seinen Frauen Elisabeth von Namur und Beatrix von Berg
Marsilius von Inghen war der erste Rektor der neu gegründeten Heidelberger Universität
Heiliggeistkirche, noch mit original gotischem Kirchturm, mit Spitzhelm versehen, auf einem Gemälde von Jacques Fouquières um 1618. Links im Bild das Heidelberger Schloss vor seiner Zerstörung 1693.
Ruprecht III. und seine Gemahlin Elisabeth von Hohenzollern-Nürnberg in einer Miniaturkopie einer heute verlorenen Wanddarstellung im Heidelberger Schloss (Bayerisches Nationalmuseum München, Inv. Nr. NN 3610).
Domus Wilhelmina von 1735, heute Alte Universität genannt, historisches Bild (um 1900)
Die Aula der Alten Universität wurde anlässlich der 500-Jahr-Feier der Universität Heidelberg im Jahr 1886 im Stil der Neorenaissance restauriert
Katheder in der Aula der Alten Universität Heidelberg
Wandgemälde im Studentenkarzer, Alte Universität, Eingang Augustinergasse
Sofja Kowalewskaja
Dem lebendigen Geist. Sitzende Minerva von Karl Albiker (1931)
Feier aus Anlass des 550. Jubiläums der Universität im Juni 1936
Luftbild des Universitätscampus „Neuenheimer Feld“
Der Friedrichsbau Heidelberg an der Hauptstraße (Altstadt) mit dem Denkmal für Robert W. Bunsen
Heidelberg-Altstadt, Universität Heidelberg, Bunsen-Denkmal vor dem Friedrichsbau
Gedenktafel zur Spektralanalyse von Gustav Kirchhoff, Hauptstrasse 52, Haus zum Riesen
Das Palais Haus zum Riesen war um 1907 unter der Leitung von Wilhelm Salomon-Calvi, der Sitz des Geologisch-Paläontologischen Institutes der Universität Heidelberg, hier erforschte Otto Schoetensack die geborgenen Fossilienfunde und auch den Unterkiefer von Mauer
Der Unterkiefer von Mauer, Holotypus von Homo heidelbergensis, der von Daniel Hartmann in den Sandgruben von Mauer gefunden wurde (Original)
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg
Haupteingang der Universitätsbibliothek Heidelberg
Universitätsbibliothek Heidelberg
Zoologische Sammlung am Zoologischen Institut im Neuenheimer Feld 230
Hauptgebäude des TP Heidelberg; wird auch vom Deutschen Krebsforschungszentrum genutzt