Bezirk


Der deutsche Begriff Bezirk (von mittelhochdeutsch zirc aus lateinisch circulus ‚Kreis‘, Abkürzungen: Bez./Bz.) bezeichnet ein abgegrenztes Gebiet, ein Landstrich, eine Region, insbesondere aber eine hierarchische Gliederungstufe der Verwaltungsgliederung. In der Abgrenzung bzw. Gegenüberstellung der Begriffe ‚Kreis‘ und ‚Bezirk‘ gibt es historische und regionale Unterschiede.

In Deutschland ist die Bildung von verwaltungstechnischen und politischen Stadtbezirken in den Gemeindeordnungen der Länder geregelt. Größere Städte sind danach oft zur Untergliederung in Stadtbezirke verpflichtet. Die formelle Einrichtung der Stadtbezirke erfolgt durch Beschluss des Stadtrats und wird in der Hauptsatzung verankert. Die individuellen Bezeichnungen für Stadtbezirke variieren oftmals je nach Stadt. So heißen sie beispielsweise in Hamburg und Berlin schlicht Bezirke; zur Zeit der DDR wurden die Bezirke in Ost-Berlin Stadtbezirke genannt, weil der Begriff Bezirk belegt war. In Hessen und Rheinland-Pfalz dagegen wird einheitlich der Begriff Ortsbezirk gebraucht, da in diesen Ländern sowohl Städte als auch Gemeinden ohne Stadtstatus Bezirke bilden können.

In Österreich gibt es in einigen Städten nominelle Stadtbezirke (Graz, Klagenfurt am Wörthersee; siehe Liste der Stadtbezirke von Graz und Klagenfurt am Wörthersee#Stadtgliederung) oder Gemeindebezirke (Wien; siehe Wiener Gemeindebezirke). In anderen Städten wie etwa Salzburg spricht man hingegen von Stadtteilen. Linz war bis 2013 ebenfalls in Stadtteile unterteilt, die sich wiederum in statistische Bezirke gliederten. Dieses System wurde 2014 von der Gliederung in statistische Bezirke abgelöst, die meist größer als die ehemaligen statistischen Bezirke, aber kleiner als die ehemaligen Stadtteile sind.[1]

Nur die 23 Wiener Gemeindebezirke und die 17 Grazer Stadtbezirke verfügen über eigene, gewählte politische Vertretungskörper, die in Wien Bezirksvertretungen und in Graz Bezirksräte genannt werden.

Eine weitere Art von Stadtbezirken ist in vielen Gemeinden – außer in Zählsprengelgemeinden – der Zählbezirk, der bevölkerungsstatistischer Natur ist. In Städten, die keine Zählbezirke haben, sind diese auch in der Stadtgliederung verankert (etwa in Linz); in manchen decken sich Zählbezirke und Stadtteile, in anderen nicht.

Manche Gemeinden gliedern sich schließlich in Ortschaften (etwa Innsbruck; dort sind diese zugleich Stadtteile).