Vicenza


Vicenza ( ital. Ausspr.?/i) ist eine Industriestadt im nördlichen Italien mit 111.764 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019). Sie liegt in der Region Venetien etwa 60 Kilometer nordwestlich von Venedig und 200 Kilometer östlich von Mailand und ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Bekannt ist die Stadt für ihre Schmuckwaren- und Bekleidungsindustrie und für die Bauwerke des Renaissancearchitekten Andrea Palladio, die ihr den Rang eines UNESCO-Welterbes eintrugen. Vicenza gehört zu den reichsten Städten Italiens. Die deutsche Partnerstadt ist Pforzheim.

Vicentia, das in älteren deutschsprachigen Publikationen auch als Wiesenthein oder Cimbria erscheint,[2] wurde vom italischen Volk der Euganeer und dann im dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus von den Venetern besiedelt. Die Römer verbündeten sich mit den Venetern in ihrem Kampf gegen die keltischen Stämme, die Nordost-Italien besiedelten. Im Laufe der Zeit wuchs die römische Präsenz in der Region immer mehr an und die Veneter (deren Kultur viel eher etruskische und griechische Werte als keltische widerspiegelte) wurden allmählich assimiliert. 157 v. Chr. war die Stadt de facto ein römisches Zentrum und erhielt den Namen Vicetia oder Vincentia. 135 v. Chr. wurde der Ort auf einem Cippus im Zusammenhang mit der Grenzfestlegung zu Ateste (Este) erstmals erwähnt.

49 v. Chr. erhielt die Bevölkerung von Vicentia das römische Bürgerrecht. Die Stadt hatte eine gewisse Bedeutung als Station auf der wichtigen Straße von Mediolanum (Mailand) nach Aquileia, in der Nähe von Tergeste (Triest), stand aber im Schatten ihrer Nachbarin Patavium (Padua). Sehr wenig ist von der römischen Stadt erhalten, doch drei der Brücken über die Flüsse Bacchiglione und Retrone sind römischen Ursprungs und es existieren isolierte Bögen eines römischen Aquädukts außerhalb der Porta Santa Croce.

Während des Niedergangs des Weströmischen Reiches verwüsteten Heruler, Vandalen, Alarich I. und seine Westgoten sowie die Hunnen die Gegend, aber die Stadt erholte sich nach der Eroberung durch die Ostgoten im Jahr 489, bevor sie bald danach unter byzantinische Herrschaft kam.

568 besetzten die arianischen Langobarden die Stadt, was zu Konflikten mit den trinitarischen Christen und dem Papsttum führte. Um 589 wurde Vicenza Bischofssitz; erster Bischof war Oronzio. Ab Anfang des siebten Jahrhunderts wurden in der Provinz Vicenza zahlreiche Benediktinerklöster gebaut.

Mit der Eroberung des Langobardenreichs durch die Franken unter Karl dem Großen kam das Gebiet an fränkische Vasallen, wie etwa 809 an Alboin und Ingobert, die Söhne des Grafen Haio. Dies wurde 816 von Ludwig dem Frommen bestätigt, obwohl ihr Vater vor den Franken zu den Awaren geflohen war. 899 wurde Vicenza von magyarischen Plünderern zerstört.


Der Dom
La Rotonda, Andrea Palladio, 1571, nahe Vicenza
Der Palazzo del Capitanio in Vicenza
Statue von Andrea Palladio in Vicenza
Luftbild von Vicenza mit Flughafen