Vitalis (Ravenna)


Vitalis, auch bekannt als Vitalis von Mailand († um 60? in Ravenna) war ein früher christlicher Märtyrer und Heiliger.

Über sein Leben existieren nur wenige sichere Angaben. Er soll von Gaius von Mailand mit seiner Familie getauft worden sein und dem Arzt Ursicinus von Ravenna vor dessen Martyrium während der Neronischen Christenverfolgung Trost zugesprochen und dessen Überreste beerdigt haben. Als Strafe dafür wurde er auf Anweisung des Richters Paulinus auf der Streckbank gefoltert und in einer Grube lebendig begraben[1] oder verbrannt[2]. Seine Frau Valeria habe etwa zur selben Zeit in Mailand das Martyrium erlitten.

Es existieren einige Angaben, die mit dem Tod des Heiligen im ersten Jahrhundert nicht vereinbar sind, wie die Datierung seines Martyriums in die Zeit des Kaisers Mark Aurel oder die Vaterschaft von Gervasius und Protasius (die erst im 3. Jahrhundert lebten). Vermutlich handelt es sich hierbei um Verwechslungen mit gleichnamigen Personen.

Vitalis ist der Schutzheilige der Stadt Ravenna. Von Bedeutung ist der Heilige vor allem wegen der nach ihm benannten Basilika San Vitale, die Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes ist. Sie wurde 547 über dem Ort seines Martyriums errichtet.

In der Kuppel in San Vitale zu Ravenna ist der Heilige mit den Attributen der Märtyrerkrone (von Christus überreicht) und der Kirche (von einem Engel überreicht) dargestellt.

Katholischer Gedenktag ist der 28. April, gemeinsam mit seiner Gemahlin Valeria,[5] oder, in Ravenna, der 4. November[6] (an dem auch der Vitalis von Bologna verehrt wird).


Die Gebeine des Heiligen in der Ruprechtskirche in Wien
Vitalis von Mailand, bei Richard de Montbaston (Martyrium des Lebendig-begraben-Werdens)
Basilika San Vitale in Ravenna. Links außen eine Darstellung des hl. Vitalis