Volkswirtschaftliche Kennzahl


Volkswirtschaftliche Kennzahlen sind Kennzahlen, die volkswirtschaftliche Makrodaten und Größen miteinander in Beziehung setzen und zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Lage dienen. Pendant sind betriebswirtschaftliche Kennzahlen auf der Mikroebene.

Wie jede Kennzahl allgemein, so sollen auch speziell volkswirtschaftliche Kennzahlen eine reproduzierbare Größe, einen sich wiederholenden Zustand oder Vorgang messen, der von volkswirtschaftlicher Bedeutung ist. Kennzahlen beziehen sich auf quantitativ messbare, wichtige ökonomische Tatbestände, die mit Hilfe der Kennzahlen erläutert, veranschaulicht und in konzentrierter Form wiedergegeben werden.[1] Sie verdichten das in einer Volkswirtschaft anfallende Datenmaterial und dienen bei der Problemerkennung, Ermittlung von Stärken und Schwachstellen, Informationsgewinnung, zur Kontrolle (Soll-Ist-Vergleich), zur Dokumentation und/oder zur Koordination wichtiger Sachverhalte und Zusammenhänge. Im Gegensatz zu betriebswirtschaftlichen Kennzahlen weisen volkswirtschaftliche Kennzahlen einen höheren Aggregationsgrad auf, der beispielsweise nicht bloß ein einzelnes Unternehmen betrachtet, sondern die Unternehmensdaten aller Unternehmen als „Unternehmenssektor“ zusammenfasst.

In der Wirtschaft mit ihren komplexen Sachverhalten benötigen die Wirtschaftssubjekte Messgrößen, mit deren Hilfe sich fokussiert Unternehmen, Medien, Experten, Finanzanalysten und Laien ein Urteil über konjunkturelle Entwicklungen machen können. Auch die Zentralbanken, Regierungen und Wirtschaftsverbände nutzen diese volkswirtschaftlichen Kennzahlen, die vom Statistischen Bundesamt oder Wirtschaftsforschungsinstituten errechnet werden. Volkswirtschaftliche Kennzahlen verschaffen dem Interessenten einen schnellen Überblick über die Wirtschaftsentwicklung. Sie werden in regelmäßigen Abständen erhoben und von den Massenmedien veröffentlicht (wie insbesondere die Inflationsrate oder Arbeitslosenquote), so dass sie nicht nur von Experten, sondern auch von Laien wahrgenommen werden. Durch den Vergleich mit den vorangegangenen Monaten oder früheren Jahren lassen sich Entwicklungen verfolgen oder Trends aufzeigen.[2] Der Erfolg oder Misserfolg der Wirtschaftspolitik wird anhand der Eckdaten über die Gesamtwirtschaft beurteilt.