Waldviertel


Das Waldviertel, altertümlich Viertel ober dem Manhartsberg, ist der nordwestliche Teil des österreichischen Bundeslandes Niederösterreich. Es entspricht weitgehend einer der Hauptregionen des Landes (Hauptregion Waldviertel) und in der amtlichen Statistik einer Gruppe von Bezirken (NUTS:AT124).

Als 1868 die administrativen Kreise, die sich noch an den alten Vierteln orientierten, durch politische Bezirke ersetzt wurde, verloren die Viertel ihre rechtliche Bedeutung und wurden zu reinen Landschaftsbezeichnungen.

Im Süden bildet die Donau die Grenze zum niederösterreichischen Mostviertel. Im Uhrzeigersinn von Südwesten nach Osten angrenzende Regionen sind das oberösterreichische Mühlviertel, das tschechische Südböhmen und das niederösterreichische Weinviertel mit dem markanten Manhartsberg (537 m). Letzterem verdankt es auch den Namen Viertel ober dem Manhartsberg (auch Viertel/Kreis Ober-Manharts-Berg, im 18. und 19. Jahrhundert oft abgekürzt mit V. O. M. B.[1] oder O.M.B.[2]).

Das Waldviertel umfasst eine Fläche von etwa 4.600 km² und wird von etwa 220.000 Personen bevölkert (Stand: 2011), dies entspricht weniger als 50 Einwohner je km².

Verglichen mit den politischen Grenzen umfasst die traditionell-landschaftliche Abgrenzung die Bezirke Gmünd, Horn, Krems, Waidhofen an der Thaya und Zwettl, dazu den Bezirk Melk nördlich der Donau sowie die westlichsten Teile des Bezirkes Hollabrunn (wie die Gemeinden Hardegg, Maissau und Mühlbach am Manhartsberg). Kleinere Ostteile der Bezirke Krems und Horn hingegen werden zum Weinviertel gerechnet. Die wichtigsten Städte sind neben Krems die Bezirkshauptstädte Gmünd, Horn, Waidhofen und Zwettl, sowie Eggenburg (am Übergang zum Weinviertel), Heidenreichstein, Litschau, Schrems und Weitra.

Zu den strukturstärksten Gebieten des Viertels gehört die Flusslandschaft Wachau mit ihren Hauptorten Krems an der Donau und Spitz an der Donau. Geologisch betrachtet liegt die Wachau zu beiden Seiten der Donau im Waldviertel, denn der Dunkelsteinerwald gehört ebenfalls zur Böhmischen Masse.


Die Hauptregionen Niederösterreichs
Landschaft bei Riebeis, Gemeinde Rappottenstein
Granitrestling in der Ysperklamm
Jahresmitteltemperatur 1971–2000 bewohnter Orte in Österreich abhängig von deren Seehöhe
Landschaft bei Weikertschlag, Gemeinde Bad Großpertholz
Kleine, bewaldete Bichl (Bühel), die aufgrund des anstehenden Granituntergrunds nicht landwirtschaftlich genützt werden können, bieten vielen Pflanzen- und Tierarten einen wertvollen Lebensraum
Im westlichen Waldviertel, wie hier bei Griesbach, besteht noch eine kleinteilige, durch vielfältige Elemente geprägte Kulturlandschaft
Die weit verbreiteten Fichtenmonokulturen sind ökologisch bedenklich und weisen aufgrund der dichten Abdeckung fast keine Krautschicht auf
Die Heide-Nelke (Dianthus deltoides) ist ein typisches Florenelement bodensaurer Magerrasen
Stufenkegel im Waldviertel bei Ober Neustift (Gemeinde Groß Gerungs)
Heute nicht mehr vorhandenes Gehöft bei Langschlag
Stadtplatz von Weitra