Wein


Wein (über mittelhochdeutsch und althochdeutsch wīn aus lateinisch vinum) ist ein alkoholisches Getränk aus dem vergorenen Saft der Beeren der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera). Wein ist ein Genuss- und Rauschmittel. Durch spezifische önologische Ausbaumethoden kommt es bei der Lagerung zu zahlreichen biochemischen Reifeprozessen, die sehr vielfältig sein können und auch dazu führen, dass manche Weine jahrzehntelang reifen und haltbar sind.

Die häufigsten Weine sind Rot- und Weißweine sowie Roséweine. Schaumwein (Sekt, Cava, Champagner etc.) entsteht aus Wein während einer zweiten Gärung. Gering schäumende Weine werden als Perlweine bezeichnet (Prosecco frizzante, Secco etc.). Dabei wird in der Regel dem Wein das Kohlendioxid technisch zugesetzt.

Die für die Weinherstellung benötigten Beerenfrüchte wachsen in traubenartigen, länglichen Rispen an der Weinrebe (Vitis vinifera). Sie stammen überwiegend von ihrer Unterart ab, der europäischen Edlen Weinrebe Vitis vinifera subsp. vinifera. Da diese zu den nicht reblausresistenten Rebenarten gehört, wird sie zum Schutz vor der Reblaus auf teilresistente Unterlagen (Wurzeln) der wilden Rebarten Vitis riparia, Vitis rupestris, Vitis berlandieri bzw. deren interspezifischen Kreuzungen (Hybridreben) gepfropft.

„Wein“ ist ein klassisches Wanderwort, das im ganzen mediterranen Raum verbreitet war. Das arabische wayn, das lateinische vinum, das griechische οἶνος [oínos] bzw. *ϝοῖνος [woínos] – von myk. wo-no – sind miteinander verwandt, ohne dass man folgern könnte, aus welcher Sprache es ursprünglich stammt. Vermutlich kann eine ähnliche Verbindung zum georgischen Wort ღვინო [ghwino] gezogen werden. Zu beachten ist, dass nur das georgische Wort Ghwino eine andere Bedeutung hat und „siedende“ bedeutet.

Das hochdeutsche Wort Wein (aus althochdeutsch wîn oder winam) sowie engl. wine, walisisch gwin und irisch fíon sind alle gemeingermanisch aus lat. vinum bzw. provinzlateinisch vino[1] entlehnt, während franz. vin (vgl. altfranzösisch li vins) direkt auf das lateinische Wort zurückgeht. Dies erklärt sich durch den Umstand, dass sowohl Germanen als auch Kelten erstmals über die Römer in größerem Umfang mit Wein in Berührung kamen und somit das lateinische Wort übernahmen.[2]

Über spätere Handelsbeziehungen gelangte der Begriff des Weins von den Germanen bis zu den Slawen (siehe das russische Wort vinó) und bis zu den Balten, wobei beispielsweise in Litauen das Wort vynas und in Lettland das Wort vins bekannt ist.[3]


Wein ist ein Kulturprodukt, hergestellt aus dem vergorenen Saft der Weintraube
Wo Wein kultiviert wird, sind oft einzigartige Kulturlandschaften entstanden: Nachhaltige Gefüge von Kultur (Foto: Radebeul) …
… und Landschaft (Foto: Wachau).
Ein Glas Rotwein und ein Glas Weißwein
Römischer Wein, Speyer um 325, Bodenfund 1867, gilt als ältester erhaltener Traubenwein der Welt (Historisches Museum der Pfalz, Speyer)
Weinlese im Alten Ägypten, Grab des Nacht (TT52)
Wein und Götter: Athene füllt aus einer Oinochoe Wein in den Kantharos des Herakles; Tondo einer attisch-rotfigurigen Trinkschale des Python und Duris, um 480/70 v. Chr.
Abendmahls-Szene: Wein ist auch religiöses Symbol der Erlösung. Das Christentum hat die Entwicklung und Verbreitung von Weinbau und -kultur besonders gefördert und geprägt.
Trauungsmesse mit Spendung der Kelchkommunion
Kidduschbecher für Kiddusch am Schabbat und an den Feiertagen
In Italien wurden Reben teilweise noch im 18. Jahrhundert in archaischer Baumerziehung kultiviert. Gemälde von Jacob Philipp Hackert, 1784
Die in Butten gelesenen Trauben werden am Wagen sortiert und mit den daneben stehenden Transportbehältern in den Keller zur weiteren Verarbeitung gebracht
Manuelle Lese
Maschinelle Lese
Holzbottiche (franz. cuves) sind traditionelle Gärbehälter bei der Rotweinherstellung
Moderner Gärkeller mit Stahltanks
Korbpresse, 16. Jahrhundert; die Technik ist (modifiziert) zum Teil heute noch verbreitet
Moderne horizontale Tankpresse zur schonenden Pressung der Maische
Hochwertiger Rotwein wird auch in Barriques ausgebaut.
Das Perlen des Schaumweins entsteht durch Freiwerden gelösten Kohlendioxids, dem Resultat der zweiten Gärung.
Bei Madeira- oder Portwein verzichtet man auch heute noch auf ein Etikett, da es während einer langen Lagerung Schaden nehmen könnte
Klassische Weindegustation: zahlreiche Gläser, Weißbrot, Wasser und ein kleines Menü gehören dazu
Jährlicher Weinkonsum in Liter pro Person:
  • unter 1
  • 1 bis 7
  • 7 bis 15
  • 15 bis 30
  • über 30
  • Veränderung des Pro-Kopf-Verbrauches an Wein in einigen Ländern 1992–2004[42]
    Denkmal für Eduard von Lade (v. l.) und Hauptgebäude der Forschungsanstalt Geisenheim (h. r.)
    Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg in Weinsberg; rechts der Altbau, in der Bildmitte die Kelter von 2002
    Universität für Bodenkultur Wien, Mendel-Haus, 2016
    Weinbauschule Krems