Welle (Mechanik)


Eine Welle ist ein längliches zylinderförmiges und rotierendes Maschinenelement, das zur Übertragung von Drehbewegungen und Drehmomenten dient. Eine Welle wird meist durch zwei oder mehr Drehlager im Maschinengestell unterstützt. Bei der Übertragung von Drehmomenten wird die Welle auf Torsion beansprucht.

Im Unterschied zur Welle ist eine Achse in der Regel fest gelagert und überträgt keine Drehbewegung. Sie wird darum überwiegend auf Biegung beansprucht.

Das Wort Welle stammt vom mittelhoch- und mittelniederdeutschen welle, wille für "Walze". Dieses wurde hergeleitet aus dem erschlossenen indogermanischen Wort *wel- mit der Bedeutung "walken", "walzen".[1]

Ein abgesetztes Wellenende, auf dem ein (mit)rotierendes Bauteil befestigt ist, wird Wellenzapfen oder (bei Fahrzeugen) Achszapfen genannt.

Ein umlaufend abgesetzter Streifen mit einem (geringfügig) größerem Durchmesser wird als Wellenbund bezeichnet. Ebenso wie ein Absatz auf der Welle mit reduziertem Durchmesser dient der Wellenbund üblicherweise als Anschlag.

Hohlwellen werden vor allem eingesetzt, wenn an Gewicht gespart werden oder die Welle eine hohe Eigenfrequenz haben soll. Weiter kann der Raum im Inneren von Hohlwellen, zum Beispiel auch für andere Bauteile, weitere Wellen oder Achsen, oder zur Durchleitung von Kühl- oder Spülmittel oder ähnlichem verwendet werden. Hohlwellen sind aufwändiger zu fertigen. Eine weit verbreitete Anwendung ist die Kardanwelle an Automobilen und der Hohlwellenantrieb an Elektrolokomotiven.


Fertigung einer Turbinenwelle mit Aufsätzen in einem Stück.
Antriebswelle zur Hinterachse an einem Škoda 422 mit Hardyscheibe zum Ausgleich von Fluchtfehlern der Wellen. Links davon ist die zur Versteifung ballig geformte Verbindungsachse zu Getriebe und Motor sichtbar.
Gelenkwelle
Gelenkwelle mit Kardangelenken