Wim Wenders


Wilhelm Ernst „Wim“ Wenders[1] (* 14. August 1945 in Düsseldorf) ist ein deutscher Regisseur und Fotograf. Zusammen mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films gründete er 1971 den Filmverlag der Autoren. Mit Filmen wie Paris, Texas oder Der Himmel über Berlin erreichte er ab den 1980er Jahren weltweite Bekanntheit. Wenders sieht sich als „der Reisende und dann erst Regisseur oder Fotograf“.[2] Von 1991 bis 1996 war Wenders Vorsitzender der Europäischen Filmakademie und war seitdem bis Ende 2020 deren Präsident.[3] Außerdem war er von 2002 bis 2017 Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.[4]

Wilhelm „Wim“ Wenders wurde als Sohn des Chirurgen Heinrich Wenders in einem konservativen römisch-katholischen Elternhaus geboren. Der niederländische Vorname Wim kam in der Familie seiner Mutter vor, wurde von den deutschen Behörden jedoch als undeutsch abgelehnt.[5] Vier Jahre später kam sein Bruder Klaus zur Welt.

Der Vater wurde Chefarzt am St.-Josefs-Hospital (heute St.-Clemens-Hospital) in Oberhausen-Sterkrade.[6] Dort besuchte Wenders das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Vorher hatte er das Schloss-Gymnasium in Düsseldorf-Benrath besucht. Er wollte bis zum 16. Lebensjahr Priester werden, was er unter dem Einfluss des Rock ’n’ Roll jedoch verwarf.[6]

Populäre Musik wurde später ein wichtiges Gestaltungsmittel seiner Filme und besonders seiner Roadmovies. Für Wenders ist „ein Road-Movie ohne Musik praktisch undenkbar“.[2] In seinen Dokumentarfilmen Buena Vista Social Club und Viel passiert – Der BAP Film nimmt Musik die Hauptrolle ein. Nach dem Abitur 1963 studierte er zunächst zwei Semester Medizin in München, dann ein Semester Philosophie in Freiburg und schließlich ein Semester Soziologie in Düsseldorf. Dann brach er seine Studien ab, um sich auf die Aquarellmalerei zu konzentrieren, mit der er sich bis dahin nur nebenbei befasst hatte. 1966 wechselte Wenders erneut Ort und Berufswunsch. Er zog nach Paris und bewarb sich am Institut des hautes études cinématographiques (IDHEC).

Da er dort abgelehnt wurde, arbeitete er als Radierer im Atelier des deutschen Künstlers Johnny Friedlaender in Montparnasse. Nebenbei ging er in die Cinémathèque française, wo er sich bis zu fünf Filme am Tag ansehen konnte. Nach einem Jahr hatte er über tausend Filme gesehen. Darüber hinaus sei, wie Wenders im Dokumentarfilm Wim Wenders, Desperado von 2020 erklärt, während er die Wirkungsstätten seiner Jugend aufsucht, der Kinosaal im Filminstitut beheizt gewesen, im Gegensatz zu seiner winzig kleinen Studentenwohnung in Paris.[7] Wenders ließ der Kontemplation Taten folgen und machte in Düsseldorf ein dreimonatiges Praktikum bei United Artists. Die gleichgültige Behandlung der Filme dort schockierte ihn. Seine Frustration verarbeitete er mit dem Essay Verachten, was verkauft wird.


Wim Wenders 2017 auf der 67. Berlinale
Wim Wenders in Basel, 2005
Bei der Vorstellung seines Films Palermo Shooting, 2008
Wenders im Jahr 2008
2014 mit dem Orden Pour le Mérite
Stern von Wim Wenders auf dem Boulevard der Stars in Berlin