Wissenschaftlicher Mitarbeiter


Als wissenschaftliche Mitarbeiter werden Angestellte oder Beamte an einer Hochschule, einem Forschungsinstitut, einer Bundes- oder Versuchsanstalt bezeichnet, die dort wissenschaftliche Tätigkeiten im Rahmen ihres Arbeitsbereiches ausüben, darunter an Hochschulen oft auch Lehraufgaben. In der Regel sind solche Mitarbeiter einem Wissenschaftler in höherer Position (Professor, Projekt- oder Abteilungsleiter) zugeordnet, der als ihr Fachvorgesetzter fungiert. Im Gegensatz zu Hochschullehrern nehmen sie in Deutschland nach § 53 HRG in der Regel keine selbstständigen Aufgaben in Forschung und Lehre wahr.

An Hochschulen bearbeiten wissenschaftliche Mitarbeiter Forschungsprojekte und führen in der Regel auch Lehrveranstaltungen (z. B. Proseminare, Übungen, Praktika) durch. Die Anzahl der verpflichtenden Semesterwochenstunden kann sich je nach Staat, Bundesland und Art des Dienstverhältnisses stark unterscheiden, in Deutschland auch innerhalb der jeweiligen Bundesländer. Bei verbeamteten wissenschaftlichen Mitarbeitern gehören Lehrveranstaltungen zu den Dienstpflichten. Vielfach sind wissenschaftliche Mitarbeiter befristet beschäftigte Nachwuchswissenschaftler, die auf die eigene Promotion hinarbeiten oder nach der Promotion als sogenannte Postdocs oder Habilitanden beschäftigt sind.

Zu unterscheiden ist zwischen befristet und unbefristet beschäftigten Mitarbeitern sowie zwischen Beamten (siehe dazu auch: wissenschaftlicher Assistent) und Mitarbeitern im Angestelltenverhältnis. In einigen Bundesländern ist für die Ernennung zum Akademischen Rat oder Oberrat an einer Hochschule die Promotion oder eine gleichwertige Leistung Voraussetzung. Diese Beamten führen folgende Amtsbezeichnungen:

Leitende Akademische (bzw. wissenschaftliche) Direktoren gibt es jedoch kaum, und insgesamt ist die Zahl der verbeamteten Mitarbeiter an bundesdeutschen und österreichischen Hochschulen seit Jahren rückläufig. Immer öfter sind verbeamtete wissenschaftliche Mitarbeiter Studienräte im Hochschuldienst (A 13); in diesem Fall liegt die Lehrverpflichtung höher, während diese Mitarbeiter zugleich kaum oder keine Forschungsaufgaben haben.

Der größte Teil des sogenannten akademischen Mittelbaus in der Bundesrepublik Deutschland besteht aus wissenschaftlichen Mitarbeitern, die befristet oder unbefristet im Angestelltenverhältnis beschäftigt werden; sie tragen keine besondere Amtsbezeichnung: Unabhängig von ihrer Vergütungsgruppe (bei Universitäts-/ Masterabschluss BAT IIa bis I oder TV-L E 13 bis E 15, bei abgeschlossenem Fachhochschul-/ Bachelorstudium BAT Vb bis IVb bzw. TVöD oder TVL E 9 bis E 12) werden sie als Wissenschaftliche Angestellte bezeichnet.