X. Armee-Korps (Deutsches Kaiserreich)


Das X. Armee-Korps war ein Großverband der Preußischen Armee, das 1867 aus dem X. Armee-Korps des Bundesheeres gebildet wurde.

Das Korps war vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges der III. Armee-Inspektion unterstellt und gliederte sich wie folgt:[1]

Das Korps wurde nach dem Deutschen Krieg am 11. Oktober 1866 in der neu gegründeten preußischen Provinz Hannover errichtet und das Generalkommando befand sich bis zur Auflösung des Großverbandes 1919 in Hannover.

Im Krieg gegen Frankreich kämpfte das aus Hannoverschen Truppen bestehende X. Korps 1870/71 unter dem Kommandierenden General von Voigts-Rhetz im Verband der 2. Armee unter Prinz Friedrich Karl von Preußen. Als Chef des Generalstabes fungierte Oberst von Caprivi, die unterstellte 19. Division stand unter Generalleutnant von Schwartzkoppen, die 20. Division führte Generalmajor von Kraatz-Koschlau.[2] Das Korps versammelte sich bis zum 5. August im Raum Bingen am Rhein und überschritt am 10. August die Saar. Das X. Korps war der 2. Armee vorangegangen und hatte bis zum 15. August Pont-à-Mousson und das dortige linke Moselufer gesichert, mit der zugeteilten 5. Kavallerie-Division hatte das Korps an der Straße Metz-Verdun aufzuklären. Ziel war es, festzustellen, ob die französische Armee aus der Festung Metz abgezogen oder noch im Abzug begriffen sei. Am 16. August wurde der Vormarsch über Thiaucourt auf St. Hilaire befohlen.

Nach der Nordschwenkung der 2. Armee stieß das X. Korps über Tronville auf Vionville und unterstützte den Angriff des III. Armee-Korps in der Schlacht von Mars-la-Tour. Nach einem Gewaltmarsch traf vom Westen her die 20. Division rechtzeitig zur Entlastung der schwer bedrängten 5. Division ein, während ihre Artillerie den französischen Vormarsch aufhielt. Die gleichzeitig eingreifende 38. Brigade der 19. Division hatte bereits von Étain zur Maas einen Marsch von zwölf Stunden zurückgelegt.[3] Die 19. Division geriet beim Angriff auf die Höhen von Bruville in ein französisches Kreuzfeuer und verlor innerhalb 30 Minuten 2600 Mann. Am Schlachtfeld von Gravelotte (11 km westlich von Metz) traf das Korps als Reserve hinter dem Gardekorps ein, nahm aber nicht mehr am Kampf um St. Privat teil. Während der Belagerung von Metz übernahm das X. Korps die Sicherung der nördlichen Einschließungsfront und beteiligte sich Ende August in der Schlacht bei Noisseville an der Abwehr französischer Ausfälle.


Deutsche Korpsbereiche 1914
Paradestein am Kronsberg in Hannover für die Kaiserparaden bei Manövern des X. Armee-Korps 1874, 1881, 1889 und 1907
Nordwestdeutschland 1911. Hannover und Oldenburg
Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz
Otto von Emmich
Walter von Lüttwitz
Konstantin Schmidt von Knobelsdorf