Zahlungsbilanz


Die Zahlungsbilanz erfasst in der Volkswirtschaftslehre für eine bestimmte Rechnungsperiode wertmäßig alle wirtschaftlichen Transaktionen zwischen Inland und Ausland und gibt Auskunft über die ökonomische Verflechtung einer Volkswirtschaft mit dem Ausland.

Als Inländer gilt jede natürliche Person mit einem Wohnsitz und jede juristische Person mit Geschäftssitz im Bezugsland; darüber hinaus auch jede Wirtschaftseinheit – auch Zweigstellen oder Produktionseinheiten, die keine eigenständigen Unternehmen sind –, sofern sie den Hauptteil ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten im Inland ausübt.

Die Transaktionen werden in der Zahlungsbilanz analog zu betriebswirtschaftlichen Einnahmen und Ausgaben betrachtet, d. h. die Zahlungsbilanz stellt eine Nettogeldvermögensrechnung bezogen auf eine gesamte nationale Volkswirtschaft dar.[1] In Deutschland gibt die Deutsche Bundesbank monatlich die Zahlungsbilanz heraus.[2] Grundlage ist eine Richtlinie des Internationalen Währungsfonds (IWF) über den Aufbau der Zahlungsbilanz.[3]

Der große Unterschied zu einer Bilanz im betriebswirtschaftlichen Sinne ist, dass die Zahlungsbilanz Stromgrößen und keine Bestandsgrößen erfasst. Es wird somit die Veränderung eines Postens über einen Zeitraum und nicht der Gesamtsaldo zu einem Zeitpunkt gemessen. Ein weiterer Unterschied zu der betriebswirtschaftlichen Kontenform ist, dass die Soll- und Habenseite zu einer Spalte zusammengefasst wird. Das Prinzip der doppelten Buchführung findet jedoch auch in der Zahlungsbilanz seine Anwendung: Zu jeder Buchung muss eine Gegenbuchung erfolgen.

Die Zahlungsbilanz als Ganzes ist also stets ausgeglichen. Hauptsächlich bestehen diese beiden Buchungen bei privaten Wirtschaftsakteuren aus

Somit wird deutlich, dass die Gesamtbilanz immer ausgeglichen sein muss, da betragsmäßig der Wert z. B. eines gelieferten Autos und die Bezahlung übereinstimmen müssen, beide Positionen werden jedoch in verschiedenen Teilbilanzen gebucht. Überschüsse oder Defizite können also nur bei Teilbilanzen auftreten.