Zirkus


Ein Zirkus (lateinisch circus ‚Kreis‘, ‚Ring‘, ‚runde Arena‚; Plural: Zirkusse) – oder auch Circus – ist meist eine Gruppe von Artisten, die eine Vorstellung mit verschiedenen artistischen (zirzensischen) Darbietungen (Akrobatik, Clownerie, Zauberei, Tierdressuren) zeigt. Wirtschaftlich gesehen ist ein Zirkus ein Unterhaltungsunternehmen.

Die Schreibweise „Circus“ benutzen die meisten Zirkusse wegen des lateinischen Ursprungs, zum Beispiel im Eigennamen „Circus Krone“. Das deutsche Wort Zirkus leitet sich vom griechischen kírkos oder lateinischen circus (‚Kreis‘) her. Beide Begriffe bezeichneten im antiken Griechenland und Rom eine kreis- oder ellipsenförmige Arena, in der in erster Linie Wagenrennen und seltener Tierkämpfe der Gladiatoren stattfanden (z. B. Circus Maximus). Mehr als die Form der „Bühne“ hat der neuzeitliche Zirkus mit dem antiken Circus nicht gemeinsam.

Der klassische in Europa bekannte Zirkus ist der Wanderzirkus: Er ist oftmals ein Familienunternehmen, das mit einem Zirkuszelt, auch als Chapiteau bezeichnet, von Ort zu Ort zieht. Das Zirkuszelt, das heute für die meisten Menschen selbstverständlich zum Zirkus gehört, gab es allgemein erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zuvor mussten Zirkusvorstellungen in provisorisch errichteten Schaubuden, in Theatergebäuden oder im Freien abgehalten werden.

Zirkusgebäude sind oft rund oder oval wie ein Amphitheater. Die Bezeichnung Zirkus leitet sich von der Form der „Bühne“ ab, der runden oder ellipsenförmigen Manege. Meistens werden Manegen mit einem Durchmesser von 13 Metern gewählt, da dies ein perfektes Maß ist, um ein Pferd im Kreis laufen zu lassen. Bei zu kleinen Manegen legt sich das Pferd zu sehr in die Kurve, für einen Reiter sind akrobatische Darbietungen dann kaum möglich.

Neben den Wanderzirkussen gibt es noch vereinzelt Zirkusse mit festen Gebäuden. Moderne fixe Zirkusgebäude, die ein ganzjähriges Zirkusprogramm beherbergen, gibt es noch in den ehemals sozialistischen Staaten, etwa den Hauptstädtischen Großzirkus im Budapester Stadtwäldchen und insbesondere in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion (wie in Riga, Chișinău, Moskau oder Taschkent). In Frankreich gibt es noch eine Reihe fester Zirkusgebäude, die nur noch teilweise als Zirkus genutzt werden, wie den Pariser Cirque d’hiver. In München unterhält der Circus Krone mit dem Kronebau eine feste Spielstätte. Historisch bedeutsam sind unter anderem die Zirkusbauten des Circus Renz und des Circus Schumann. Das Theater Carré in Amsterdam war ursprünglich ein reines Zirkusunternehmen.


Jonglierender Zirkusartist
Akrobaten im Zirkus
Der Kronebau in München
Zirkus um 1891, Gemälde von Arturo Michelena
Der Zirkus Georges Seurat, 1891
Poster für den Zirkus Barnum & Bailey, 1900
Adolph Friedländer: Pony und Elefant. Plakat für Carl Hagenbecks Zoologischen Zirkus, 1895/1896
„Wanderzirkus“, Angelo Jank, 1906
Der Schweizer Circus Knie in Zürich
Zirkus – DDR-Briefmarkensatz
Familienzirkus
Duo Pisaevi aus Russland am Schwungtrapez
Artist auf Giraffe und Schlappseil
Todesrad mit Seilspringer
(New York 2008)
Pferdedressur
Zebras im Zirkus
Zirkus Barum auf dem Hamburger Heiligengeistfeld